Suzanne

Drama, F 2013
Suzanne ist mit dem Muttersein überfordert

Suzanne ist mit dem Muttersein überfordert

Die Liebe zu ihrem neuen Freund ist stärker als die Liebe zu ihrem kleinen Sohn. Regisseurin Katell Quillévéré verurteilt in dem Drama "Suzanne" ihre Hauptfigur nicht dafür, dass sie mit einem Kriminellen durchbrennt. Aber sie zeigt, wie schwer die Folgen dieser Wahl zu ertragen sind. Der Film wurde mit kleinem Budget und ohne bekannte Namen gedreht.

Schon als Kinder haben es Suzanne und ihre Schwester Maria nicht leicht: Die Mutter ist früh gestorben, der Vater als Lastwagenfahrer viel unterwegs, das Geld ist knapp, die Wohnung klein und ärmlich. Und doch hält eine starke Liebe die kleine Familie zusammen. Suzanne wird als Teenager schwanger, der Erzeuger existiert nicht in ihrem Leben und wird im Film nicht erwähnt. Die Lebensgeschichte dieser Familie wird vorwärts gespult: Ausgelassen scherzen die selbstbewussten Schwestern mit einer Burschen-Clique - kurz darauf sitzt Suzanne in der Disco und beobachtet ihre tanzende Schwester. Der kleine Charlie liegt schlafend auf ihren Knien.

Sie lernt Julien kennen, er ist die Liebe ihres Lebens. Als er vor der Polizei fliehen muss, ist die Beziehung zu ihm stärker als die zu ihrem Sohn. Suzanne verschwindet ohne Nachricht, lässt den Kleinen bei ihrer hart arbeitenden Schwester und ihrem zunehmend überforderten Vater. Wie lange sie vermisst wird, was mit dem Buben passiert, wie es dem jungen Paar ergeht - das erschließt sich erst rückblickend nach dem nächsten harten Schnitt: Suzanne sitzt im Gefängnis.

Charlie lebt bei einer fremden Familie. Der Vater ist auf Distanz gegangen. Suzanne ist um Jahre gealtert. Nach der Entlassung hofft sie auf ein Happy End: Suzanne kellnert, darf ihren Sohn wiedersehen, die Schwester steht weiter fest an ihrer Seite. Doch dann trifft sie im Bus zufällig Julien wieder.

"Suzanne" ist ein Film für eine kleine Zielgruppe, dem man ein größeres Publikum wünscht. Der Film bezieht keine Position. Suzanne wird nicht als egoistische Rabenmutter verurteilt und nicht als große Liebende verherrlicht. Und genau das ist das Schöne an ihm.

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