Superwelt

Drama/http://www.superwelt.at/, A 2015

In TV und Kino finden: Ulrike Beimpold, Rainer Wöss, Nikolai Gemel, Karl Markovics

Gabi (Ulrike Beimpold) verändert sich zusehends

Gabi (Ulrike Beimpold) verändert sich zusehends

Ein Überraschungserfolg war Karl Markovics' Regiedebüt "Atmen" 2011 allemal - ein Glückstreffer aber nicht. Mit seinem Zweitwerk "Superwelt", einem Drama über eine Supermarktkassierin und ihre Begegnung mit Gott, erweist sich der Wiener einmal mehr als herausragender Geschichtenerzähler. "Superwelt" feierte seine Uraufführung im Rahmen der diesjährigen Berlinale.

Das Leben von Gabi Kovanda (Ulrike Beimpold), Ende 40, verläuft in geregelten Bahnen. Mit ihrem Ehemann Hannes (Rainer Wöss), einem Straßenmeister, und dem Sohn Ronnie (Nikolai Gemel), Zeitsoldat beim Bundesheer, wohnt sie in einem Einfamilienhaus in Bruck an der Leitha. Die Tochter Sabine (Angelika Strahser) ist bereits ausgezogen, mit ihrem Ehemann kommt sie an Wochenenden zum gemeinsamen Grillen vorbei. Nach ihrem Dienst als Kassierin im Diskont-Supermarkt schupft Gabi den Haushalt - kochen, waschen, bügeln inklusive. Einzig das Damenturnen ist ein kurzer Bruch mit dem Alltag.

Eines Abends überkommt Gabi am Weg von der Sporthalle zu ihrem Auto etwas. Zuhause angekommen, ist es nicht verschwunden. Ob aus dem Kühlschrank, den Fernsehlautsprechern oder dem Küchenwecker: Überall scheint Gabi Stimmen zu hören. Erst ein Besuch der Zeugen Jehovas lässt Gabi begreifen - und die unverhoffte Begegnung mit Gott zulassen. Es dauert nicht lange, bis ihr abwegiges Verhalten, die abrupten "Spaziergänge" in der Umgebung und dieser selige Blick sich auf die Familie auswirken, ihren Job gefährden und manch neugierige Blicke der Nachbarn auf sie ziehen.

Innerhalb weniger Tage siedelt Karl Markovics seine lakonische Erzählung an, und hat wie schon in "Atmen" dementsprechend viel Raum für all die Details, die die Lebenswelt seiner Protagonistin ausmachen. Gabis Routine zelebriert er geradezu: Wie sie das Kassen-Fließband in einer ruhigen Minute in die Leere starrend putzt - übrigens das Ausgangsbild, das Markovics zu dem Film inspirierte -, wie sie sehnsüchtig bei der Strand-Schnulze im Fernsehen beim Bügeln innehält, wie sich nach dem Turnen ein sonst seltenes Lächeln auf ihr Gesicht zaubert. Das festgefahrene Eheleben rückt im Laufe der Zeit immer mehr ins Zentrum, und so mancher Kommentar von Ehemann Hannes' geht dabei durch Mark und Bein.

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