Superman Returns

Action/Abenteuer, AUS/USA 2006
Newcomer Brandon Routh rettet die Welt

Newcomer Brandon Routh rettet die Welt

Regisseur Bryan Singer ("X-Men", "Die üblichen Verdächtigen") hat mit einem Budget von mehr als 220 Millionen Dollar die lang erwartete Rückkehr des uramerikanischen Helden in Szene gesetzt. Sein Fantasy-Epos "Superman Returns" ist wesentlich düsterer, nachdenklicher und melancholischer ausgefallen als die Vorgängerfilme der 1970er und 80er-Jahre.

Der "Mann aus Stahl" (Newcomer Brandon Routh), dessen Heimatplanet Krypton zerstört wurde, kehrt nach fünf Jahren Abwesenheit auf die Erde zurück und landet bei seiner Adoptivmutter Martha Kent (Eva Marie Saint) im Mittleren Westen. Als Reporter Clark Kent kehrt er zudem in das im erlesenen Art-déco-Look strahlende Metropolis zurück, nimmt seinen alten Job beim "Daily Planet" wieder auf und muss feststellen, dass seine große Liebe Lois Lane (Kate Bosworth) mittlerweile mit dem Journalisten Richard White (James Marsden) liiert ist und einen Sohn hat. Liebeskummer ist vorprogrammiert.

Doch das soll nicht Supermans einziges Problem sein. Lex Luthor, gerade aus dem Gefängnis entlassen, will Supermans technische Überlegenheit zu seinem eigenen Vorteil nutzen. Kevin Spacey, der mit Regisseur Singer bereits oscargekrönt in "Die üblichen Verdächtigen" zusammen arbeitete, spielt den diabolischen Glatzkopf Lex Luthor mit viel Spaß an der Karikatur. Dieser opernliebende Megaverbrecher mit Hang zur Weltherrschaft ist auf seiner grotesk großen Yacht umgeben von Knallchargen und seiner schrägen Kumpanin Kitty Kowalski (Parker Posey) inklusive Schoßhündchen.

War Superman früher als patriotischer Amerikaner inszeniert worden, so verteidigt er in "Superman Returns" als globaler Schutzengel die Welt gegen Luthor. "Ich bin immer da", sagt er einmal zu Lois. Und wir ahnen längst, dass deren Sohn ein Kind von Superman ist. Aber er bleibt Außenseiter bis zuletzt, als er unerkannt am Bett seines schlafenden Sohnes steht. Ähnlichkeiten zu Christus-Darstellungen erscheinen dabei nicht zufällig. Eine neue Weltordnung braucht einen neuen Superman. Vielleicht ein Grund warum Regie-Kaliber wie Tim Burton und Wolfgang Petersen vor Singer ergebnislos an dem Projekt gearbeitet hatten.

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