Streif - One Hell of a Ride

Dokumentation, A 2014
Aksel Lund Svindal stürzt sich die Streif hinunter

Aksel Lund Svindal stürzt sich die Streif hinunter

Es war der tödliche Lawinen-Unfall einer anderen Seilschaft am Everest, der die Macher von "Mount St. Elias" bewogen hat, ihre Pläne hinsichtlich eines weiteren Ski-Films zu ändern. Herausgekommen ist der erste abendfüllende Dokumentarfilm "Streif - One Hell of a Ride" über das Kitzbüheler Hahnenkamm-Rennen, der dramaturgisch wie ein Spielfilm funktioniert.

Und damit rechtzeitig in die Kinos kommt, um sich vor der nächsten Auflage des wahrscheinlich berühmtesten Abfahrtstrennens der Welt ein durchaus neues Bild von den Ereignissen rund um das Ski- und Society-Spektakel in Tirol zu machen. Die Bilder des "Höllenritts" sind spektakulär, imposant, neu. Die Handlung folgt dem Muster von "Mount St. Elias" mit Handlungs-Erzählern - hier sind das die beiden Ex-Rennfahrer Didier Cuche (Kitz-Rekordsieger) und Daron Rahlves - sowie im Wesentlichen fünf Hauptakteuren, den Skifahrern Aksel Lund Svindal, Erik Guay, Max Franz, Juri Danilotschkin und Hannes Reichelt.

"One Hell of a Ride" zeigt im Wesentlichen die Ereignisse rund um das 74. Hahnenkammrennen im Jänner 2014 sowie die 365 Tage davor. Der Kanadier Erik Guay ist großer Favorit, muss aber im letzten Moment für das Rennen auf einer der schwierigsten und gefährlichsten Abfahrtsstrecken der Welt verletzt passen. Die Organisatoren kämpfen gegen eklatanten Schneemangel, schaffen das Wunder, am Ende kann aber doch nicht über die berühmte Hausbergkante gefahren werden. Svindal fühlt sich seinem Premieren-Abfahrtssieg bereits sehr nahe, es siegt aber erstmals der Österreicher Reichelt, obwohl dieser wegen einer schweren Rückenverletzung gar nicht antreten hätte dürfen.

Das Besondere am Streif-Film ist freilich, dass er nicht nur den dramatischen Rennverlauf, sondern - beginnend mit dem Rennen 2013 - das ganze Jahr bis zu diesem Klimax aufarbeitet und dabei fünf der besten Abfahrtsläufer der Welt verfolgt, ihr Sommer-Training, ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen zeigt. Abgerundet wird der Film durch historische Rückblicke sowie die Erzählung der Tragödien der schwer gestürzten Läufer Daniel Albrecht und Hans Grugger, die auf der Streif fast ihr Leben verloren hätten.

Der vom Kitzbüheler Extremskifahrer, Bergsteiger und KSC-Mitglied Axel Naglich initiierte Film schafft es dank Regisseur Gerald Salmina und seiner im Metier profunden Crew nicht nur, das alljährliche Sport- und Society-Spektakel auf Cinemascope-Breite aufzuziehen, sondern auch eine bemerkenswerte Authentizität. Beeindruckende Bilder lieferte Kameramann Günther Göberl, für den rasanten Schnitt war David Hofer verantwortlich.

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