Stolz und Vorurteil

Drama/Romanze, GB 2005
Keira Knightley in Jane Austens Klassiker

Keira Knightley in Jane Austens Klassiker

Vor zehn Jahren gab es einen BBC-Dreiteiler mit Colin Firth, der bisher als ideale Umsetzung des rund 200 Jahre alten Romanklassikers von Jane Austen (1775-1817) gilt. Für die große Leinwand gab es "Stolz und Vorurteil" jedoch erst einmal 1940 - diese Kerbe wurde nun durch Regisseur Joe Wright ausgemerzt.

Als bombastische, prunkvolle und auf Leichtigkeit getrimmte britische Filmproduktion glänzt die Verfilmung mit Stars wie "Fluch der Karibik"-Schönheit Keira Knightley, Donald Sutherland oder Judi Dench. "Schön" ist der Gedanke, der einem in den gut zwei Kino-Stunden ständig in den Sinn kommt angesichts der Flut perfekter Bilder, Kostüme und ur-englischer Landschaften. Der Regisseur brachte dies immerhin fertig, ohne das Buch vor der Arbeit am Film gelesen zu haben.

"Stolz und Vorurteil" ist so etwas wie die Mutter aller Frauenromane. In einer ersten Fassung von der knapp 21-jährigen Austen 1797 geschrieben, aber erst 1813 - vier Jahre vor ihrem frühen Tod - anonym veröffentlicht, baute das Buch ein tausendfach kopiertes Modell auf: Eine Frau, zwei Männer, der eine ist auf den ersten Blick arrogant und kaltherzig, hat aber ein gutes Herz, der andere ein attraktiver Charmeur, der sich jedoch am Ende als Mistkerl entpuppt.

Dabei drückten die Restriktionen der Epoche der Geschichte ihren Stempel auf: Da in der Familie Bennet nur Töchter zur Welt kamen, wird die gesamte Erbschaft einem anderen - männlichen - Verwandten zufallen. Also müssen möglichst alle jungen Frauen mit allen Mitteln verheiratet werden, um ihr Auskommen zu sichern.

Während die älteste Tochter, Jane, eher dem Rollenmodell der Zeit entspricht, ist die zweite Tochter Elizabeth (Knightley) - die eigentliche Heldin von Buch und Film - aufgeweckt, freiheitsliebend und schlagfertig. In einem für die Epoche höchst rebellischen Schritt, weist sie den Heiratsantrag des abstoßenden Familienerben Mr. Collins zurück, mit der lachhaften Begründung, sie liebe ihn nicht. Zugleich schwirren zwei andere Männer durch ihre Gedanken: Der intelligente, aber hochnäsige Mr. Darcy und der fröhliche Lebemann Mr. Wickham, die tief verfeindet zu sein scheinen.

Austen wusste, wovon sie schrieb: Ihr selbst wurde eine Liebesheirat von der Familie aus finanziellen untersagt. Das Aufbegehren der Elizabeth Bennet war somit eine Art feministische Traumvision, die natürlich in den vergangenen zwei Jahrhunderten deutlich an Brisanz eingebüßt hat.

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