Strib langsam 4.0

Action/Abenteuer, USA 2007
John McClane entdeckt das Internet

John McClane entdeckt das Internet

Ist John McClane wieder einmal zur falschen Zeit am falschen Ort, wenn er 2007 etwas verspätet im Internetzeitalter ankommt? Mag sein, aber "Die Hard" heißt auf Deutsch nicht nur "zäher Kämpfer" sondern auch "Ewiggestriger". In Zeiten des Internet-Verbrechens müssen sich aber auch altgediente Heldencops umstellen.

Eine maßgeschneiderte Rolle für den mittlerweile 52-jährigen Bruce Willis, der im explosiven und witzigen vierten Teil der Action-Serie die USA vor einem Generalangriff aus dem Netz rettet.

Die Story ist schnell erzählt: Computer-Guru Thomas Gabriel (Timothy Olyphant) hat für die US-Regierung IT-Sicherungssysteme für die wichtigsten Infrastruktur-Zentren entwickelt. Da er sich schlecht behandelt fühlt, beschließt er, seine Systeme selbst zu knacken. Mit einem Spezialisten-Team verursacht er den Zusammenbruch des Verkehrs-, Finanz- und Energiewesens. Um keine Gegenwehr zu erhalten, lässt er gleichzeitig die bekanntesten Hacker des Landes umbringen.

Doch John McClane (Bruce Willis), mittlerweile Senior Detective und von seiner Frau Holly erneut geschieden, kann einen von ihnen retten - den jungen Internet-Wunderwuzzi Matt Farrell (Justin Long). In der Folge treiben die beiden als Hau-drauf und Schlau-drauf den von Allmachtsfantasien besessenen Gabriel zusehends in die Enge, bis dieser den letzten Joker zieht: Er schnappt sich McClanes sechzehnjährige Tochter Lucy (Mary Elizabeth Winstead).

Besonders gut funktionieren in "Die Hard 4.0" wieder McClanes markige Sprüche, die jedem Actionhelden zur Ehre gereichen würden. Da Drehbuchautor Mark Bomback auch für Matt und die ganz nach ihrem Vater geratene Lucy einige Gags übrig lässt, entsteht zeitweise der Eindruck einer explosiven Screwball-Komödie, was über die mangelnde Logik der Handlung leicht hinwegsehen lässt. Etwa wenn John und Matt sich klar werden, dass sie bisher in unterschiedlichen Realitäten gelebt haben - in der echten und in der virtuellen: "Ich dachte, es würde Spaß machen, das System in die Luft zu jagen", muss sich Matt eine Lebenslüge eingestehen, während John sein veraltetes Handy wegwirft wie ein Affe eine Bananenschale. In einem sind sich die beiden jedoch von Beginn an ähnlich. Auch hunderte MG-Salven aus geringer Entfernung können ihnen kein Haar krümmen. Das gibt es nur in der virtuellen Welt des Kinos.

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