Stille Reserven: Im Wien der Zukunft ist Sterben teuer

Science Fiction, A/D/CH 2016

Baumann verkauft Todesversicherungen

In Valentin Hitz' Sci-Fi-Drama kämpfen Rebellen gegen einen übermächtigen Versicherungskonzern für das „Recht auf Tod“.

Trübe Aussichten: Bald hat man nicht einmal mehr als Leiche seine Ruh'! Stattdessen warten ganz grausliche Dinge auf die Verblichenen, zeigt dieser im Wien der 2030er Jahre angesiedelte Streifen: Die menschlichen Körper werden künstlich am Leben gehalten und dienen als Ersatzteillager, Datenspeicher oder für Leihmutterschaften. Ein Entkommen ist fast nicht möglich, sogar Unfallopfer werden zusammengeflickt und zur weiteren Nutzung reanimiert. Aus dem Schneider ist nur, wer eine teure „Todesversicherung" abschließt. Zum Beispiel bei Vincent Baumann (Clemens Schick), dem wie anderen Versicherungsvertretern auch ein Chip implantiert wurde, der Gefühlsregungen (im Zukunfts-Sprech: "Kulturschocks") verhindern soll. Weil im Untergrund tätige Rebellen nicht aufhören, für das "Recht auf Tod" zu kämpfen, wird Vincent in die Gruppe eingeschleust. Dabei verliebt er sich in die androgyne Chansonnière und Millionärstochter Lisa (Lena Lauzemis). Können die beiden das gnadenlose System austricksen und einen Weg finden, die Lebenserhaltungslager abzudrehen?

Interessanter Stoff, cooler Hauptdarsteller

Allein das Minenspiel von Clemens Schick (bekannt als Bond-Gegenspieler Kratt in Casino Royale) macht den Film sehenswert. Die Story hat einige Löcher, die Optik ist ansprechend. Weil der Streifen mit Zitaten und Anspielungen vollgepflastert ist, überlegt man ständig, woher einem diese oder jene Szene oder Einstellung bekannt vorkommt. Lynch? De Palma? Frank Miller? Das macht es natürlich schwer, eine eigenständige Regie-Handschrift von Valentin Hitz zu sehen.

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