Still Alice

Drama, USA/F 2014
Alice spürt die ersten Auswirkungen von Alzheimer

Alice spürt die ersten Auswirkungen von Alzheimer

Was, wenn das Leben schon zu verblassen beginnt, obwohl es noch in vollem Gange ist? Was, wenn die eigenen Kinder, der eigene Ehemann zu Fremden werden? Der Film "Still Alice" erzählt vom Drama der tückischen Alzheimer-Erkrankung. In der Hauptrolle überzeugt Julianne Moore, die für ihre Leistung gerade mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Es dürfte die Rolle ihres Lebens sein.

Moore spielt die Linguistik-Professorin Alice, der erst ab und zu ein Wort nicht mehr einfällt - bis sie irgendwann nicht mehr weiß, wer sie ist. Mit Kleinigkeiten fängt es an: Ihr fällt das Rezept für ihr unzählige Male gekochtes Lieblingsgericht nicht ein. Doch es wird schlimmer: Irgendwann findet sie nach dem Joggen den Weg nach Hause nicht mehr. Als es so weit ist, geht sie zum Arzt und bekommt die schockierende Diagnose: Alzheimer - und das mit nur 50 Jahren.

Weil es sich um eine zwar äußerst seltene, aber auch vererbbare Form der Erkrankung handelt, besteht die Gefahr, dass Alice sie an ihre Kinder weitergegeben hat. Ihre älteste Tochter Anna (Kate Bosworth) will Gewissheit, ihre Jüngste Lydia (Kristen Stewart) nicht. Das eigene drohende Schicksal immer vor Augen, wenn sie ihre Mutter ansieht, entfernt Anna sich immer weiter von ihr. Lydia hingegen ist ihr bald so nah wie nie zuvor.

Der Film zeichnet nach, wie Alice, die Sprachwissenschafterin, ihre Sprache verliert - und auch den Kampf um ihre Selbstbestimmung. Das Handy, in das sie Fragen eingetippt hat, die sie jeden Morgen beantworten will, um sich ihren Geisteszustand vor Augen zu führen, findet sie irgendwann einfach nicht mehr. Und irgendwann hört auch ihr Ehemann (Alec Baldwin) auf, sie als die Frau an seiner Seite zu sehen. Der Titel "Still Alice" ist dabei wunderbar doppeldeutig gewählt: "Still" kann im Englischen "noch", aber auch "leise" bedeuten - immerhin ist auch Alice immer noch Alice, auch wenn sie so leise geworden ist.

Julianne Moores Darstellung ist gleichzeitig feinfühlig und schonungslos. Die emotionale Wucht, mit der sie die kranke Alice spielt, trifft den Zuschauer mitten ins Herz. Ihrem unglaublich rührenden Spiel ist es zu verdanken, dass aus dem Familiendrama ein Oscar-würdiger Film wurde, der einen sehr lange nicht mehr loslässt.

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