Steve Jobs - The Lost Interview

Dokumentation, USA 2012
Einblick in das Leben von Steve Jobs

Einblick in das Leben von Steve Jobs

Mit "Steve Jobs - The Lost Interview" kommt ein 17 Jahre altes Interview mit dem Apple-Gründer in die Kinos. Es ist eine seltene Gelegenheit, den 2011 gestorbenen Steve Jobs in einem ausführlichen Gespräch zu erleben.

"Steve Jobs: The Lost Interview" zeigt ein Gespräch, das 1995 für eine Dokumentation des öffentlich-rechtlichen US-Senders PBS über die Geschichte des Personal Computers geführt wurde. Es galt tatsächlich lange als verschollen: Das Original-Band verschwand beim Versand, es blieben nur die Fragmente, die seinerzeit für die Sendung "Triumph of the Nerds" verwendet wurden, in der auch andere Größen wie Bill Gates zu Wort kamen. Erst nach über 15 Jahren wurde eine Kopie des kompletten Jobs-Interviews auf VHS-Kassette in einer Garage entdeckt. Die Bildqualität der Aufnahme ist entsprechend mies.

Das Interesse an Steve Jobs, dem Mann hinter dem überragenden Erfolg von iPhone und iPad, hat nach seinem Krebs-Tod im vergangenen Oktober einen Höhepunkt erreicht. Es erschien die erste große Biografie, für die Jobs stundenlang aus seinem Leben erzählte. Weggefährten teilten ihre Erinnerungen. Selbst das FBI veröffentlichte seine Jobs-Akte (er war einmal für den Zugang zu Staatsgeheimnissen überprüft worden). Auch mehrere andere "verlorene" Interviews tauchten auf, etwa als ein Reporter Kassetten mit Stunden an alten Aufzeichnungen in seinem Schuppen wiederfand.

Was bringt da also dieses Interview überhaupt noch, zumal die griffigsten Zitate schon in die Dokumentation "Triumph of the Nerds" einflossen? Es ist überraschend interessant: Zum einen ist es eine seltene Möglichkeit, viele Geschichten von Steve Jobs persönlich zu hören. Viele bekannte Zitate, die seit Jahren durch Artikel und Bücher über Jobs geistern, bekommen einen Kontext. Etwa das brüske "Microsoft hat keinen Geschmack", mit dem Jobs den damals zur Weltdominanz strebenden Apple-Rivalen kleiner machte. Oder der von ihm zitierte Picasso-Satz "Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen", der heutzutage angesichts des von Jobs angestoßenen Mobilfunk-Patentkriegs besonders oft wieder aufkommt. Das volle Interview zeigt, dass Jobs nicht etwa das rücksichtslose Stehlen fremder Ideen meinte, sondern vielmehr, dass man auch in der Computertechnik aus der Geschichte, der Erfahrung der Menschheit und Vorbildern aus Kunst und Natur schöpfen sollte.

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