Stealing Klimt

Dokumentation/ , GB 2007
Maria Altmann erzählt ihre Geschichte

Maria Altmann erzählt ihre Geschichte

Maria Altmann erkämpfte gemeinsam mit anderen Erben der Familie Bloch-Bauer ihr Recht gegen die Republik Österreich und erhielt fünf einst von den Nazis geraubte Gemälde von Gustav Klimt zurück. Die "Goldene Adele" wurde Juni 2006 als teuerstes Kunstwerk aller Zeiten verkauft, die anderen Bilder wurden in New York versteigert. "Stealing Klimt" ruft die Causa wieder in Erinnerung.

Das britische Duo Jane Chablani und Martin Smith erzählen die Geschichte von Anfang an. Anhand von Familienfotos und Archivmaterial berichten sie ihn ihren Dokumentarfilm über die jüdische Industriellenfamilie Bloch-Bauer, über das Verhältnis von Gustav Klimt und Adele Bloch-Bauer, über Kunst und Gesellschaft im Wien der Jahrhundertwende ebenso wie über das Aufwachsen von Adeles kleiner Nichte Maria. Der Film hat von Anfang an exemplarischen Charakter, ohne seine private Perspektive zu verleugnen.

Maria Altmann, die in vielen Gesprächen - im Ton charmant, in der Sache jedoch unerbittlich - ins Erzählen kommt, hat sich nicht nur rasch die Sympathien der Filmemacher erworben, sondern bringt spielend die Zuschauer auf ihre Seite. Sie plaudert über ihre Tante, die starb, als Maria neun Jahre alt war, über ihre häufigen Besuche im Elisabethstraßen-Palais der Bloch-Bauers, in dem Kunst immer präsent war, über den Gedenkraum, den ihr Onkel Ferdinand dort nach dem frühen Tod seiner Gattin einrichtete, und in dem die beiden Klimt-Porträts das Zentrum bildeten. Sie lässt keinen Zweifel offen, wie sehr diese Bilder mit ihrer Kindheit und Jugend verbunden waren, und schildert detailliert ihre eigene Flucht vor den Nazis.

So klar sich "Stealing Klimt" in diesem Kampf David gegen Goliath auf die Seite der betagten Maria Altmann schlägt ("Ich bin keine Kämpferin", erklärt sie gleich zu Beginn, "mir macht diese Sache wirklich keinen Spaß"), so sehenswert ist der Film - gerade, weil er eine umfassende Sicht von außen zeigt, auf die Vorgeschichte, auf das Umfeld - und auf die verheerende Wirkung, die Österreichs Haltung dabei hinterlassen hat.

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