Spring Breakers

Komödie/Krimi, USA 2012
Ironischer Film über alljährlichen Party-Rausch

Ironischer Film über alljährlichen Party-Rausch

"Spring Breakers" in Florida: Regisseur Harmony Korine zeigt den alljährlichen Party-Rausch enthemmter College-Studenten mit Gewalt und Todessehnsucht, satirischen und stark überzeichneten Momenten. Mit Selena Gomez und Vanessa Hudgens in den Hauptrollen.

Der Spring Break ist für amerikanische Studenten traditionell ein großer Party-Exzess. Auch Faith, Candy, Brit und Cotty haben genug vom öden College-Alltag, der Sinn steht ihnen nach Sex, Alkohol und freizügigem Spaß. Die Protagonistinnen von Harmony Korines explizitem Teen-Werk "Spring Breakers" geraten in Florida allerdings in einen Strudel aus Gewalt und Verzweiflung.

Bevor sich die College-Girls auf gen Florida machen, müssen sie zunächst an Geld kommen. In einer von Korine beeindruckend inszenierten Bilderfolge rauben sie daher ein Schnellrestaurant aus. Nun steht dem Spaß nichts mehr im Wege. In St. Petersburg, Florida, tauchen Candy (Hudgens), Faith (Gomez), Cotty (Korines Ehefrau Rachel) und Brit (Ashley Benson) in einen farbprächtigen Wahnsinn ein aus Strand-Partys, Alkohol und Drogen - um sich recht schnell in einer Gefängniszelle wieder zu finden: Gerade scheint sie vorbei, die große Party, da werden sie von "Alien" (Franco) aus dem Knast geholt, einem zwielichtigen, dabei höchst charismatischen Gangster, der sich zudem als Rapper verdingt. "Alien", der ein gleichsam erotisches Verhältnis zu Waffen pflegt, zieht die unbedarften Studentinnen in seinen Bann.

"Spring Breakers" ist ein höchst skurriles, klug inszeniertes und ironisierendes Spiel mit dem Voyeurismus des Kino-Zuschauers. Ähnlich wie unlängst Steven Soderbergh mit "Magic Mike" blickt Korine auch in die Abgründe des Party-Staates Florida. Der hier wohl auch stellvertretend steht für ein von Geld und Waffen genauso wie von Sex besessenes Amerika. "Hier geht es um mehr als nur den Spring Break", lässt Korine, der auch das Skript verantwortet, gleich zu Beginn eine der vier Hauptdarstellerinnen sagen: Faith, Brit, Candy und Cotty suchen in Florida nicht nur nach Freiheit und Spaß; der größere Teil des Quartetts scheint auch von einer bestürzenden Todeslust erfüllt. Der von James Franco als Karikatur eines Gangsters angelegte "Alien" wiederum ist rührend in seiner zuweilen erkennbaren Anlehnungsbedürftigkeit.

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