Split: In der Gewalt einer multiplen Persönlichkeit

Horror/Thriller, USA 2016

In Kevin stecken 23 Persönlichkeiten

M. Night Shyamalan (‚The Visit‘) inszenierte ein enorm spannendes und brillant gespieltes Stück Suspense-Kino

Erinnern Sie sich noch an The Sixth Sense (1999)? Der Mysterythriller um einen Neunjährigen, der seinem Psychologen beichtet, die Geister toter Menschen sehen zu können, geriet einst zur Kinosensation, spülte global 670 Millionen Dollar in die Kassen und kassierte sechs Oscarnominierungen.

Der Erwartungsdruck und Erfolg seines Erstlings schwebte lange wie ein Fluch über Regisseur M. Night Shyamalan. Er galt als Wunderkind mit Sinn für Atmosphäre, Suspense und den "Twist", der Wendung, die dem Publikum am Ende den Boden unter den Füßen wegzieht. Nach weiteren Hits wie Unbreakable, Signs und The Village schlitterte er dank künstlerischer Flops wie Das Mädchen aus dem Wasser, The Happening und After Earth in die Krise. Mit dem Low-Budget-Grusler The Visit knüpfte er 2015 erfolgreich an seine alten Horror-Wurzeln an. Sein aktuelles Werk Split beweist jedenfalls, dass Shyamalan es noch draufhat und er nach wie vor zu den besten Suspense-Regisseuren zählt.

Darum geht es in ‚Split‘:

Nach einer Geburtstagsfeier werden die Teenager Claire (Haley Lu Richardson), Martha (Jessica Sula) und Casey (Anya Taylor-Joy) auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Lokals von einem Unbekannten (James McAvoy) außer Gefecht gesetzt und entführt. Als sie wenig später das Bewusstsein wiedererlangen, finden sie sich in einem fensterlosen Keller. In der Folge zeigt sich, dass ihr Kidnapper unter einer dissoziativen Identitätsstörung (DIS) leidet. Eigentlich heißt er Kevin, begegnet ihnen aber immer wieder mit neuen Namen und veränderter Persönlichkeit: einmal als strenger Dennis, dann als mütterliche Patricia, später als Neunjähriger namens Hedwig. Während die Mädchen verzweifelt nach einer Fluchtmöglichkeit suchen, schaut Kevin als Modeschöpfer Barry fast täglich bei seiner Psychiaterin Dr. Fletcher (Buckley) vorbei, die rasch merkt, dass ihr langjähriger Patient, der 23 festgestellte Identitäten (!) in sich birgt, ihr etwas verschweigt

Unsere Meinung zu ‚Split‘:

M. Night Shyamalan ist mit Split ein außergewöhnlicher Film gelungen. Ein präzise inszenierter, atmosphärischer Mix aus Thriller, Psychodrama, Mystery und Horror. Zudem liefern sich James McAvoy und Anya-Joy Taylor ein schauspielerisches Duell der Topklasse. Und am Ende serviert uns Shyamalan augenzwinkernd auch noch einen Twist, der jedes Fan-Herz vor Freude hüpfen lässt. Ein Fest für Genre-Fans!

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