Spanien

Drama, A/BG 2012

In TV und Kino finden: Tatjana Alexander, Cornelius Obonya, Gregoire Colin, Anja Salomonowitz

Er wollte nach Spanien und landet in Österreich

Er wollte nach Spanien und landet in Österreich

In ihrem Spielfilmdebüt "Spanien" hat die österreichische Regisseurin Anja Salomonowitz eine Dreiecksgeschichte mit realpolitischer Sprengkraft geschaffen. Ein nächtlicher Unfall auf einer Landstraße verändert das Leben eines moldawischen Flüchtlings, einer zurückgezogenen Ikonenmalerin und eines cholerischen Fremdenpolizisten grundlegend.

Ersterer war mit der Hilfe eines Schleppers auf dem Weg nach Spanien, bleibt jedoch in Österreich hängen und lernt ausgerechnet jene Frau zärtlich kennen und lieben, deren Ex-Mann die Trennung nicht verkraftet hat und schon von Berufs wegen ein angespanntes Verhältnis zu Fremden pflegt. Salomonowitz verglich die Grundkonstellation im APA-Gespräch mit einem Western. "Der Held kommt zufällig in eine Stadt, fickt die Frau des Sheriffs, fängt sich mit diesem Ärger an, rächt sich an den Menschen, die ihm Unrecht angetan haben, und verlässt die Stadt dann wieder." Für die Western-Theorie spricht auch die Grundfarbe Braun, die sich in unterschiedlichsten Ausprägungen durch den gesamten Film zieht: die Landschaft ist herbstlich, Mantel und Jacken sind bräunlich koloriert, die Autos schimmern zumeist in Bronze, die Ikonen werden golden verziert und gezahlt wird natürlich nie mit 20- oder 100-Euro-Scheinen, sondern nur mit 50ern. "Sogar die Musik hat diesen Farbton", sagte Salomonowitz, "so ein bisschen schokobraun."

Die Musik stammt von Max Richter, der schon für den Score von "Waltz with Bashir" verantwortlich zeichnete, und unterstreicht den artifiziellen Look. Doch trotz dieser scheinbaren Künstlichkeit bleibt "Spanien" stets in der Realität verankert und in Wien verortet, mit einem verzweifelt-brutalen Polizisten als Antagonisten und einem spielsüchtigen Kranfahrer, der die Schicksale aller Beteiligten auf ungewöhnliche Weise miteinander verknüpft. In den Hauptrollen agieren für das österreichische Kino vergleichsweise unbekannte Gesichter, etwa Cornelius Obonya und Lukas Miko oder Tatjana Alexander. Mit dem Franzosen Gregoire Colin, einer sehr präsenten Figur, konnte zudem ein Darsteller aus dem engeren Umfeld von Claire Denis gewonnen werden.

Kinotipps
Tabaluga & Leo - Der Weihnachtsfilm

Tabaluga & Leo – Der Weihnachtsfilm [KINOTIPP]

TV-Drache Tabaluga kommt mit einer Weihnachtsepisode von 2003 zurück auf die Leinwand

Kinotipps
Platzspitzbaby

Platzspitzbaby [KINOTIPP]

Bewegende Geschichte aus dem Züricher Drogenmilieu – aus der Sicht einer 11-Jährigen!

Kinotipps
Eiffel in Love

Eiffel in Love [KINOTIPP]

Eine Geschichte über gesellschaftliche Etikette, verbotene Gefühle und eine unerfüllte Sehnsucht

Kinotipps
Juzni vetar 2 - Ubrzanje

Juzni vetar 2 – Ubrzanje [KINOTIPP]

Die Saga von Petar Maraš geht weiter!

Kinotipps
Encanto

Encanto [KINOTIPP]

Obwohl sie keine magischen Kräfte hat, muss ein junges Mädchen ihren Heimatort retten

Kinotipps
Resident Evil: Welcome to Racoon City

Resident Evil: Welcome to Racoon City [KINOTIPP]

Johannes Roberts führt die Zuseher zurück ins Jahr 1998, zu den Ursprüngen der Resident-Evil-Saga