Southpaw

Action/Drama, USA 2015

Jake Gyllenhaal gibt in seiner Rolle als Profiboxer alles

Zahlreiche Medien stellen sich die Frage: "Kriegt er diesmal einen Oscar?". Gemeint ist der herausragende US-Schauspieler Jake Gyllenhaal, der sich in seinem neuen Film "Southpaw" körperlich verausgabt. Er spielt einen Boxer, der nach großem Erfolg all das verliert, was ihm wichtig ist. Gyllenhaal soll für die aufreibende Rolle über fünf Monate trainiert und sieben Kilo abgenommen haben.

An seiner Seite in diesem Drama: Rachel McAdams ("Everything Will Be Fine") und Forest Whitaker ("Der letzte König von Schottland"). Regie führte Antoine Fuqua ("Training Day"), das Drehbuch stammt vom Erfinder der TV-Serie "Sons of Anarchy", Kurt Sutter.

Dass Billy Hope (Gyllenhaal) niemanden fürchtet, das prangt in tätowierten Lettern auf seinem Rücken ("Fear No Man"). Und doch muss er sich gleich zu Beginn des Films im New Yorker Madison Square Garden sehr anstrengen: Nur knapp gelingt es dem Champ, seinen Weltmeistertitel im Halbschwergewicht zu verteidigen. Ein schlechtes Omen: Nach mehr als 40 Siegen scheint Hopes Karriere ihren Scheitelpunkt erreicht zu haben. Auch Billys Frau (McAdams) spürt dies, nach dem Kampf redet sie ihm ins Gewissen, endlich eine Pause einzulegen. Dann der Schicksalsschlag: Billy verliert seine geliebte Frau und stürzt in ein scheinbar unendlich tiefes Loch. Sein Manager (gespielt vom Rapper 50 Cent) lässt den Boxer fallen. Billy verliert seine Villa und auch noch das Sorgerecht für seine Tochter. Hope ist am Boden zerstört, richtet sich dann aber mit Hilfe eines alten Box-Hasen (Whitaker) wieder auf.

Schon mit seiner Darstellung eines abgemagerten Sensationsreporters in "Nightcrawler" hat Gyllenhaal gezeigt, dass er vor körperlichen Veränderungen nicht zurückschreckt. In "Southpaw" verwandelt sich der 34-Jährige ("Brokeback Mountain") in eine Kampfmaschine, die vor Muskelmasse nur so strotzt. Kaum eine Szene, in der Gyllenhaal, der für den Film täglich ein mehrstündiges Sportprogramm absolvierte, nicht entweder blutet, weint oder Unmengen an Schweiß verliert. Mithalten kann nur Forest Whitaker, der mit feinem Minimalismus kontert.

"Southpaw" reiht sich ein in eine nicht eben kurze Tradition amerikanischer Box-Dramen. Vergleiche mit Klassikern wie "Rocky" und dem großartigen "Wie ein wilder Stier" bleiben da nicht aus. "Southpaw" vermag dem Genre aber kaum Neues hinzuzufügen. Jüngeren Boxfilmen wie "Million Dollar Baby" (Regie Clint Eastwood) oder "The Fighter" mit Mark Wahlberg kann "Southpaw" in all seiner Vorhersehbarkeit kaum das Wasser reichen. Dass das gut zweistündige Werk trotzdem ein packender, immer wieder auch bewegender und letztlich kurzweiliger Film ist, liegt an Gyllenhaal, dessen Blut-Schweiß-Tränen-Auftritt nachhaltig beeindruckt und vielleicht ja mit einem Oscar belohnt wird.

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