Source Code

Science Fiction/Thriller, USA/F 2011
Ein Mann, ganz auf sich alleine gestellt

Ein Mann, ganz auf sich alleine gestellt

Mit "Source Code" von Duncan Jones kommt ein rasanter, wendungsreicher Science-Fiction-Thriller in die Kinos. Jake Gyllenhaal erlebt mittels Gehirnwellen-Übertragung die letzten Minuten im Leben eines Terroropfers. Kopfkino also, wie man es vom Vorjahres-Hit "Inception" kennt.

Regisseur Jones, Sohn von David Bowie , setzt aber nicht auf langatmigen Effekt-Bombast sondern auf ein ebenso wirres wie spannendes Drehbuch. Wer mit einem erheblichen Urvertrauen in den Journalismus ausgestattet ist, begnügt sich mit einer hiermit ausgesprochenen Empfehlung. Je weniger Vorwissen, desto besser für das Nachempfinden der unglaublichen Entdeckungen von Colter Stevens (Gyllenhaal), der zu Beginn sichtlich verwirrt und ahnungslos in einem Zug aufwacht, der wenige Minuten später kurz vor Chicago bei einem Bombenattentat zerstört wird und alle Passagiere sterben.

Nicht so Stevens, der Armee-Hubschrauberpilot hat mittels einer neuartigen Zeitreise-Technologie lediglich die letzten acht Minuten im Gedächtnis eines der Todesopfer miterlebt. Sein Auftrag: Die Urheber ausforschen, die ein weiteres Attentat im Zentrum Chicagos angekündigt haben. Er selbst ist in eine dunkle Kapsel eingeschlossen. Seine einzige Kontaktperson - Offizierin Colleen Goodwin (Vera Famiga) - verweigert ihm Informationen über sein eigenes trostloses Schicksal.

Stevens erlebt bei seinen Ermittlungen nun wieder und wieder die letzten Minuten vor der Katastrophe, was an die Erzähltechnik in "...und täglich grüßt das Murmeltier" (1993) erinnert. Er will nicht nur die Wahrheit über das Attentat sondern auch über sich selbst herausfinden. Dabei kommt er seiner Reisegefährtin Christina (Michelle Monaghan) immer näher. Von Explosion zu Explosion wächst eine Liebe, von der man nicht weiß, ob sie unsterblich oder unmöglich ist.

"'Source Code' ist für mich wie ein Puzzlespiel, bei dem jedes Teilchen neue Erkenntnisse liefert und das Gesamtbild radikal verändern kann", sagt Duncan Jones, der sich wie in seinem viel gelobten Debütfilm "Moon" (2009) auf eine Hand voll Figuren und wenige Schauplätze konzentriert. Jones hat in die verwickelte und spannungsreiche Story von Drehbuchautor Ben Ripley soviel Adrenalin gepumpt, dass in 90 Minuten kaum Zeit bleibt, über mögliche Fehler in der Handlungslogik nachzudenken. Aber die Handlung lebt ohnehin mehr von Paradoxien als von Schlüssigkeit. Und so folgt auch am Ende auf ein philosophisch anmutendes Schlussbild noch eine letzte surreale Pointe.

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