Sons of Norway

Drama, N/S/DK/F 2011
Erwachsenwerden ist schwer

Erwachsenwerden ist schwer

Die Tragikomödie "Sons of Norway" beobachtet effektvoll und mit viel Gefühl die Flucht eines Teenagers in die Welt des Punk. Dabei werden trotz derben Witzes sehr feinfühlig die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens beleuchtet.

Erwachsenwerden allein ist schon schwer genug. Wenn dann noch die Mutter durch einen Unfall stirbt, ist das für einen Halbwüchsigen kaum auszuhalten. Doch Nikolaj (Asmund Hoeg) will sich trotz dieses schrecklichen Erlebnisses Ende der 1970er Jahre behaupten. Die harten Rhythmen der Punk-Musik und eine derbe Fäkalsprache sind seine Waffen gegen das Unrecht des Lebens. Langsam aber muss der Junge erkennen, dass Wut und Widerstand nicht die besten Begleiter in die Welt der Erwachsenen sind.

Regisseur Jens Lien und Drehbuchautor Nikolaj Frobenius haben Teile von Frobenius' autobiografischem Roman "Theorie und Praxis" kraftvoll in die Sprache des Kinos übersetzt. Die Fülle des 2004 erschienenen Buches, ein Bestseller in Nordeuropa, konnten sie nicht erhalten. Doch die entscheidende Botschaft, dass die menschliche Gemeinschaft sich nur in einer Vielfalt von Meinungen, Lebensstilen und Haltungen entwickeln und entfalten kann, haben sie publikumswirksam in eine spannende Geschichte übertragen.

Die klug zwischen Nachdenklichkeit und Humor balancierende Erzählung lebt wesentlich von der Präsenz der Hauptdarsteller. Vor allem der jugendliche Asmund Hoeg als Nikolaj und der durch den Filmhit "Elling" bekannte Sven Nordin in der Rolle des Vaters geben dem Film eine erstaunliche Wahrhaftigkeit. Punk-Fans begeistert daneben ein verblüffender Auftritt von John Lydon, der unter dem Künstlernamen Johnny Rotten von 1976 bis 1978 als Sänger der englischen Skandal-Punk-Band Sex Pistols berühmt wurde.

Die vor mehr als dreißig Jahren überwiegend in einem Dorf in Norwegen spielende Geschichte wirkt durch die Präsenz der Akteure ungemein aktuell und im besten Sinn zeitlos. Wenn Nikolaj lernt, "dass man", wie es im Film heißt, "aus Scheiße Schönes machen muss", dürften selbst hartgesottene Kinogänger gerührt sein. Ganz nebenbei hat der Film sogar originelle Tipps, wie sich Eltern das Vertrauen ihrer pubertierenden Kinder erhalten können.

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