Sommer in Orange

Komödie, D 2011
Eine Kommune mischt ein bayrisches Dorf auf

Eine Kommune mischt ein bayrisches Dorf auf

Spitze Begeisterungsschreie und euphorische Umarmungen sind nicht jedermanns Sache. Bei den Bhagwan-Jüngern in Marcus H. Rosenmüllers ("Wer früher stirbt, ist länger tot") neuer Culture-Clash-Komödie schon. In "Sommer in Orange" versetzt eine Kommune mit dem Vorhaben, ein Therapie-Zentrum gründen zu wollen ein ganzes bayerisches Dorf in Aufruhr.

Im Mittelpunkt steht Lili. Mit der Mutter (Petra Schmidt-Schaller) und ihrem Bruder Fabian zieht sie von Kreuzberg nach Talbichl in Oberbayern in eine neu gegründete Kommune zu Ehren des indischen Gurus und Sektenführers Bhagwan Shree Rajneesh. Die Dorfbewohner beäugen das Treiben dort argwöhnisch. Von gruppendynamischen Urschrei-Therapien und halbnackten Morgenritualen halten sie wenig. Den Erwachsenen der Kommune ist die Ablehnung egal. Doch Lili (Amber Bongardt) leidet. In der Schule ist sie die Exotin, mit der keiner spielen will. Mit aller Macht will die Zwölfjährige deshalb so normal wie die anderen werden. Ein Vorhaben, dass sie zu Hause verheimlicht.

Tanzende Sannyasins in orange-farbenen Wallegewändern und lockerer Moral auf der einen Seite, konservative und strengkatholische Dorfbewohner mit Familienidylle auf der anderen: Gegensätze, die komisches Potenzial haben, die aber in dem Film nicht ausreichend zum Tragen kommen. Dass die Komödie trotz einiger gelungener Szenen insgesamt nicht so gut funktioniert, liegt vor allem an der zerfaserten Geschichte. Ständig wechselt sie zwischen den Perspektiven von Lili, ihrer Mutter und den Dorfbewohnern. So entsteht kaum Nähe zu den Figuren. Ein Film konsequent aus der Sicht der Kinder hätte der Geschichte vielleicht mehr Tiefe verliehen und Lilis Gefühlen mehr Raum verschafft. So lassen sich die Beweggründe für ihren Wunsch nach Normalität nur erahnen, ebenso wie das Rumoren im Dorf, in dem die Fantasie der Bewohner vom Leben in der Kommune aberwitzige Blüten treibt.

Erst gegen Ende nähern sich die Handlungsstränge an. Einer der lustigsten Momente läuft erst im Abspann: Das Bürgermeister-Ehepaar will den wilden Sannyasins nacheifern und probiert unter allerlei Verrenkungen neue Stellungen beim Liebesspiel aus.

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