So viele Jahre liebe ich dich

Drama, F/D 2008
Zwei Schwestern versuchen zueinander zu finden

Zwei Schwestern versuchen zueinander zu finden

Mit "So viele Jahre liebe ich Dich" kommt ein fesselndes Familiendrama aus Frankreich in die Kinos. Dieses handelt von zwei Schwestern, die sich nach fünfzehn Jahren der Trennung wieder finden. Gemeinsam überwinden die beiden entfremdeten Schwestern in Philippe Claudels erstem berührendem Film die Geheimnisse der Vergangenheit und bauen das verlorene Vertrauen Stück für Stück wieder auf.

Im Mittelpunkt des Films steht Juliette (Kristin Scott Thomas). Gerade wurde sie nach fünfzehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Ihre jüngere Schwester Léa (Elsa Zylberstein) nimmt sie bei sich und den ihren - Mann und zwei Kinder - auf. Schnell stellen die zwei Frauen fest, wie fremd sie einander geworden sind. Über allem liegt ein lastendes Schweigen. Niemand redet über das, was geschehen ist. Léa sucht das Gespräch: über die Tat, über Juliettes Motiv dazu, über den Verlust des einstigen Miteinanders. Als sie es schafft, ihrem Herzen Luft zu machen, kommt es zu einer Explosion, die weitere Fragen aufwirft.

Spätestens seit "Der englische Patient" einem Millionenpublikum bekannt, zeigt die in Frankreich lebende Engländerin Kristin Scott Thomas wieder eindrucksvoll ihre Fähigkeit, komplizierte Charaktere mit einem Minimum an schauspielerischem Aufwand lebendig werden zu lassen. Wie nur wenige Schauspielerinnen ihrer Generation versteht sie es meisterhaft, einer von ihr interpretierten Figur ein Geheimnis zu geben.

Das gibt dem Film eine teilweise schier berstende Spannung. Während der diesjährigen Internationalen Filmfestspiele in Berlin, wo der Film im Wettbewerb lief und den Preis der Leserjury einer großen Berliner Tageszeitung erhielt, galt Kristin Scott Thomas auch als herausragende Kandidatin für die Auszeichnung als beste Schauspielerin.

Claudel erzählt in seinem Filmdebüt mit bewundernswertem Mut zur Ruhe von einem erzwungenen Neuanfang. Hier rückt die Kamera den Protagonisten nicht rückhaltlos auf den Leib und vieles beleibt im Dunkeln. Ein im besten Sinne seelenvoller Film, der Licht und Schatten des Menschseins auf hinreißende Art und Weise zu erkunden sucht.

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