Skagerrak

Drama/Romanze, DK/S/UK/N/E/D/F 2003
Showcase für Iben Hjejle

Showcase für Iben Hjejle

Marie ist jung und schön. Oft hat die Frau mit dem zauberhaften Lächeln Schatten unter den Augen, weil sie nachts viel trinkt und tanzt, und oft weint sie später, nach dem Tod ihrer besten Freundin. Sie ist auch und gerade dann wunderschön. Marie, die Protagonistin des dänischen Films "Skagerrak", ist eine Figur wie aus dem Märchen.

Regisseur Sören Kragh Jacobsen hat seine Hauptfigur bewusst ein Stück weit von der Realität abgehoben: Die klassischen europäischen Märchen hätten seinen Film zweifelsohne inspiriert, sagt der Däne. "In 'Skagerrak' wollte ich eine dramatische Geschichte, die in unserer Zeit spielt, mit einem Märchenstoff zu einer schillernden Erzählung verweben", sagt Jacobsen, der mit seinem Dogma-Manifest "Mifune" bekannt wurde. Iben Hjejle, die bereits damals die Hauptrolle übernommen hatte, schaffte den internationalen Durchbruch (John Cusacks Freundin in High Fidelity).

Jacobsen hat gemeinsam mit Anders Thomas Jensen auch das Drehbuch verfasst. Die Dänin Marie (Iben Hjejle) und die Irin Sofie (Bronagh Gallagher) stranden während einer Weltreise in einer schottischen Hafenstadt. Sie lachen, tanzen, trinken, geben Geld aus. Als sie pleite sind, lässt sich Marie von Sofie zu einer gut bezahlten Leihmutterschaft für eine schottische Adelsfamilie überreden.

Bis dahin bleibt die Geschichte stringent. Dann aber kommt die so lebensfrohe Sofie bei einem Autounfall ums Leben. In einer märchenhaften Wendung findet Marie dagegen ihr Glück in einer Autowerkstatt in Glasgow. Ihr Kind gebärt sie in einem schäbigen, nach Kettenöl und Reifen stinkenden Hinterhof, ihr Herz schenkt sie dem amerikanischen Tierarzt Ken (Martin Henderson). Am Ende gibt es wieder Hoffnung - und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Warum gerade eine Straße in Glasgows Arbeiterviertel den Namen des Meeresarms Skagerrak zwischen Dänemark und Norwegen trägt, kann sich auch im Film keiner erklären: "Skagerrak" ist kein glaubwürdiges Werk. Es ist ein Märchen, das überquillt vor Handlungssträngen und skurrilen Charakteren.

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