‚Sing‘: Das ist der neue Superhit von den ‚Minions‘-Machern

Komödie/Drama, USA 2016

Vielleicht rettet eine Casting-Show Buster vor dem Ruin

Im neuen Animationsstreich der ‚Minions‘ und ‚Pets‘-Macher setzt ein Koalabär alles auf eine Castingshow, um sein vor dem Ruin stehendes Musiktheater zu retten

Der Erfolg von Castingshows hält seit Jahren ungebrochen an. Abends drohen regelmäßig Web-Server zusammenzubrechen, wenn das Fernsehpublikum in den Werbepausen populärer Castingshows wie ‚Germany's Next Topmodel‘ (GNTM) oder ‚Deutschland sucht den Superstar‘ (DSDS) online geht, um Haltungsnoten zu vergeben oder schlicht mitzufiebern. Dabei spulen die meisten TV-Castings alljährlich dasselbe Programm ab: Wer ist der oder die Schönste, Coolste, Beste in diesem Land?

Im neuen Streich der Illumination -Studios (‚Ich -Einfach unverbesserlich‘ 1 & 2; ‚Minions‘; ‚Pets‘) bedient sich Regisseur Garth Jennings dieses Phänomens -und präsentiert uns mit ‚Sing‘ eine animierte Variante dieser Castingshows, die mit herrlich schrägen Tieren statt mit Menschen bevölkert ist. Und darum geht's

Ein paar Nullen zu viel ...

Seit er in seiner Kindheit mit seinem geliebten Vater eine Show mit der legendären Operndiva Nana Noodleman (dt. Stimme: Iris Berben) gesehen hat, liebt Buster Moon (Daniel Hartwich) das Theater über alles. Aber mit der Übernahme seines eigenen Theaters hat sich der leidenschaftliche Koalabär trotzdem etwas übernommen. Nachdem die letzten beiden Bühnenprojekte floppten, steht ihm vor allem finanziell das Wasser bis zum Hals. Doch Buster denkt nicht daran aufzugeben. Im Gegenteil. Um wieder auf die Beine zu kommen, beschließt er, eine Talent-Show auszurichten, die seinem Haus Aufmerksamkeit und Eintrittsgeld und den Talenten einen kurzen Moment von Ruhm sowie 1.000 Dollar verspricht. Doch leider unterläuft seiner alten Sekretärin Matilda ein folgenschwerer Tippfehler, durch den sich der Gewinn auf 100.000 Dollar erhöht.

The Show must go on!

Tags darauf sind der Ansturm vor dem Theater sowie das Medieninteresse entsprechend groß. Nun ist guter Rat teuer. Buster hat zwar keine Ahnung, wie er das immense Preisgeld aufstellen soll, setzt seinen Plan aber frei nach dem Motto „The show must go on“ unbeirrt fort.

Seine Auswahl fürs Finale führt ziemlich unterschiedliche Charaktere zusammen: Da ist zum Beispiel die 25-fache Schweine-Mutter Rosita (Alexandra Maria Lara), die begnadet singt, an ihrem Hausfrauendasein jedoch erstickt. Buster spannt sie mit dem prächtigen Eber Gunter zusammen, der im Gegensatz zu ihr auf der Bühne keine Hemmungen kennt. Das kesse Stachelschwein-Rockgirl Ash (Stefanie Kloß) wiederum will den potenziellen Gewinn mit ihrem Band-Freund teilen. Der windige und arrogante Mäuserich Mike (Klaas Heufer-Umlauf) entpuppt sich als begnadeter Jazz-Barde. Und Johnny (Patrick Baehr), ein sensibler junger Gorilla, träumt von einer Karriere als Singer-Songwriter, während sein Gangster-Dad ihn zum vollwertigen Mitglied seiner Räuberbande machen möchte. Zu guter Letzt stößt noch das ebenso schüchterne wie stimmgewaltige Elefantenmädchen Meena dazu, das zwar gern mitsingen würde, vor Publikum aber leider keinen Ton rauskriegt.

Von Seal bis Lady Gaga

Obige Figuren bilden mit ihren Lebensgeschichten ein herrlich-buntes Sammelsurium aus Tieren, denen eine Reihe der größten Pop-und Softrock-Hits der vergangenen Jahre zugeteilt werden – und eben die machen Sing musikalisch zum Ereignis. Von Katy Perrys ‚Firework‘, Lady Gagas ‚Bad Romance‘ und Bananaramas ‚Venus‘ bis hin zu Seals Schmachtklassiker ‚Kiss from a Rose‘ oder Paul Ankas ‚My Way‘ – letztlich ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ein großes Plus: Die Songs werden auch in der deutschen Synchronfassung in englischer Sprache gesungen - jedoch erstaunlich gut interpretiert von den Sprechern der Originalfassung. So zählen Reese Witherspoons ‚Shake It Off‘ (Taylor Swift), Taron Egertons ‚Stay with Me‘ (Sam Smith) sowie ‚Fly Me to the Moon‘ und ‚My Way‘ von Seth MacFarlane mit zu den absoluten Highlights. Zudem erspart uns Sing den bei Talent-Wettbewerben üblichen Konkurrenzkampf – und mutiert im Finale zum herzerwärmenden Wohlfühlfilm für die ganze Familie.

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