Simon

Drama, S/DK/D/N 2011
Poetisches Familienepos mit Jan Josef Liefers

Poetisches Familienepos mit Jan Josef Liefers

Mit ihrer Verfilmung "Simon" schafft die schwedische Regisseurin Lisa Ohlin ein bildgewaltiges, poetisches Familienepos um Identität und Herkunft. Darin verweben sich Politik und Privates. Das Drama basiert auf Marianne Fredrikssons gleichnamigen Roman.

Der kleine Simon (Bill Skarsgard) fühlt sich fremd bei seinen Eltern, die in den 1940er Jahren in der Nähe der schwedischen Großstadt Göteborg mit ihm ein einfaches, aber glückliches Lebens führen. Der Bub kann so gar nichts mit den Boxspielen des Vaters und noch weniger mit dessen Tischlerei anfangen, lieber sitzt er in einer riesigen Eiche oder an der Felsküste und träumt. Nach langem Drängen darf er eine höhere Schule besuchen. Dort lernt er gleich am ersten Tag den Juden Isak kennen und taucht mit dieser Freundschaft in eine für ihn völlig fremde und faszinierende Welt ein.

Isak ist mit seinen Eltern aus Deutschland geflüchtet, sein Vater Ruben (Jan Josef Liefers) ist ein gebildeter, reicher Buchhändler, die Wohnung der Familie voller funkelnder Kronleuchter, wertvollen Büchern und einem Flügel. Schnell findet Simon in Ruben einen Freund und Förderer. Der schon als kleines Kind traumatisierte Isak hingegen blüht in Simons Familie, in der Werkstatt von Simons Vater Erik (Stefan Gödicke) auf. Erst als junger Erwachsener erfährt Simon von seiner jüdischen Herkunft. Und so macht sich Simon mit Ruben auf die Suche nach seinen jüdischen Wurzeln.

Drehbuchautorin Marnie Blok, die für das Werk beim Filmfest Hamburg 2011 ausgezeichnet wurde, gelingt es, die Geschichte über Jahrzehnte spannend zu erzählen und das Private mit dem Politischen geschickt zu verbinden. Und Regisseurin Ohlin nimmt sich mit zwei Stunden viel Zeit, diese Geschichte meist glaubhaft und überzeugend zu erzählen und wählt dafür lange Kameraeinstellungen der Landschaft, Menschen und der so unterschiedlichen Räume.

Manch ein Dialog ebenso wie manch eine Szene mögen da ein wenig allzu pathetisch, symbolträchtig gewählt sein. Doch auch dank der großartigen Schauspieler überzeugt dieses Familienepos.

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