Siebzehn

Drama, A 2017

Die 17-jährige Paula hat es nicht leicht

Feinfühliges Drama um die komplizierte Beziehung dreier Mädchen. Film und Hauptdarstellerin wurden mit dem renommierten Max-Ophüls- Preis ausgezeichnet.

Darum geht's in ‚Siebzehn‘:

Auseinandergehn ist schwer, auseinandergehn tut weh", singt die Band Wanda in einem Lied, zu dem drei Teenies in Siebzehn spontan mitsingen und -tanzen. Einer der Teenies ist Paula (Elisabeth Wabitsch), und wenn es nach ihr geht, gilt diese Textzeile genauso gut fürs Zusammenkommen. Paula ist die Heldin dieses kleinen österreichischen Films, der Titel steht für ihr Alter. Dass es wunderschön ist, jung zu sein, aber auch reichlich kompliziert, ist bekannt. Vor allem, wenn es um die Liebe geht.

Paula, dieses gescheite, burschikose, unzickige Mädchen aus Lanzenkirchen, politischer Bezirk Wiener Neustadt-Land, ist nämlich verliebt. Und zwar in ihre Klassenkameradin Charlotte (Anaelle Dézsy), ihre Sehnsucht nach ihr ist groß, Tagträume sind keine Seltenheit. Charlotte ist auch ein nettes Mädchen und man merkt, dass sie Paula mag, aber sie ist vergeben, hat einen Freund.

Da wäre aber noch eine dritte 17-Jährige: Lilli (Alexandra Schmidt) ist das Luder der Klasse, offensiv attraktiv, immer ein zweideutiger Spruch auf den Lippen. Sie hat Paulas sehnsüchtige Blicke in Richtung Charlotte registriert und drängt sich dazwischen, baggert Paula offensiv an. Aber warum eigentlich? Paulas Gefühlsleben wird jedenfalls ganz schön durcheinandergewirbelt ...

Unsere Meinung zu ‚Siebzehn‘:

Über die Nöte der Pubertät gibt es tausend Filme, Siebzehn ist dennoch sehenswert. Zunächst, weil uns Lanzenkirchen näher ist als Hollywood, aber auch weil die Dialoge so schön unverstellt und die Figuren so lebensnah sind. Kein Wunder: Regisseurin Monja Art, Jahrgang 1984, ist in Lanzenkirchen aufgewachsen, da wird genug Autobiografisches Einfluss gefunden haben. Erfreulich auch, dass das Thema Homosexualität keines ist, weder die Charaktere noch die Handlung machen Aufhebens ums Geschlecht.

Natürlich, perfekt ist der Film nicht. Paulas Französischlehrer, eine interessante Nebenfigur, wird irgendwann einfach fallengelassen, und beim Ende hätte man sich im übertragenen Sinne mehr Licht und weniger Dunkelheit gewünscht. Andererseits ist Letzteres auch wieder Geschmackssache. Etwaige Schwächen werden aber von den unverkrampften Darstellern und ihre unverbrauchten Gesichtern wettgemacht. Unverbraucht ist zwar ein unfaires Wort, aber es fühlt sich einfach erfrischend an, wenn nicht die allseits bekannten TV-Stars durchs Bild huschen.

Zwei kennt man zwar schon, aber Christopher Schärf (Janus, Das ewige Leben) fügt sich nahtlos ein, und Reinhard Nowak hat nur eine Mini-Rolle. Ansonsten dominiert eine hochtalentierte Jungschar, allen voran Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch, die Ende Jänner für ihre Leistung den renommierten Max-Ophüls-Preis erhalten hat. In der Jury-Begründung hieß es, dass sie "alles sagt, ohne dabei sprechen zu müssen." Dem ist nichts hinzuzufügen.

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