Sieben Minuten nach Mitternacht

Drama/Fantasy, GB/E/USA 2016

Das Monster stellt Conor vor eine heikle Aufgabe

Sigourney Weaver, Felicity Jones und Lewis MacDougall glänzen in der Adaption nach Patrick Ness' Vorlage

Nach dem Gruselhit ‚Das Waisenhaus‘ sowie dem Tsunami-Drama ‚The Impossible‘ stellt der Spanier Juan Antonio Bayona auch bei seinem dritten Film sein enormes Erzähltalent und feines Gespür für emotionale Stoffe unter Beweis. ‚Sieben Minuten nach Mitternacht‘ basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-Autors Patrick Ness, der wiederum auf einer Idee von Siobhan Dowd basiert. Als die irisch-britische Jugendbuch-Autorin im Jahre 2007 ihrer Brustkrebserkrankung erlag, führte Ness ihr Werk in seinem Roman fort.

Darum geht's in ‚Sieben Minuten nach Mitternacht‘:

Ein großes, schmuckes Haus, irgendwo in einer idyllischen Kleinstadt in England. Für den 13-jährigen Conor O'Malley (Lewis MacDougall) beginnt ein ganz normaler Morgen: Er steht in der Küche und bereitet sein Frühstück zu, während seine alleinerziehende Mutter (Felicity Jones) nebenan im Schlafzimmer liegt und hustet. Conor ist ein braves Kind, das früh lernen musste, selbständig zu sein, weil seine Mutter an Krebs erkrankt ist.

Die traurige Tatsache, dass seine Mutter, der es von Tag zu Tag schlechter geht, in naher Zukunft sterben könnte, verdrängt der Bub jedoch. Da sein leiblicher Vater (Toby Kebbell) mit neuer Familie in L. A. wohnt, soll Conor bald zu seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) ziehen - wogegen er sich jedoch mit aller Macht sträubt. Als wären die Sorgen zu Hause nicht schon schlimm genug, wird der Bub in der Schule auch noch von Mitschülern schikaniert.

Kein Wunder, dass er fast jede Nacht vom immer gleichen Albtraum heimgesucht wird, in dem seine Mutter in einen Abgrund gerissen wird. Als er wieder einmal schweißgebadet - um Punkt sieben Minuten nach Mitternacht - aufwacht, ruft plötzlich eine tiefe Stimme seinen Namen -"Conor O'Malley". Wo kommt diese Stimme her?

Starr vor Schreck stellt Conor fest, dass die große Eibe, die er von seinem Fenster aus auf dem gegenüber liegenden Friedhofshügel sehen kann, plötzlich zum Leben erwacht und die Gestalt eines Monsters (in der Originalfassung gesprochen von Liam Neeson) annimmt. Das Wesen stapft schließlich mit großen Schritten und feurigem Blick auf Conor zu und macht eine unerwartete Ankündigung: Es werde Conor dreimal heimsuchen, um ihm jeweils eine Geschichte zu erzählen. Bei ihrem vierten Wiedersehen müsse Conor hingegen dem Monster seine Geschichte erzählen.

Unsere Meinung zu ‚Sieben Minuten nach Mitternacht‘:

Mit seiner bildgewaltigen, perfekt getricksten Adaption inszenierte Regisseur Bayona eine reife, zutiefst berührende Mischung aus Fantasymärchen und Coming-of-Age-Drama über das Kindsein, die Angst vor dem Tod und die Notwendigkeit loszulassen. Das sensationelle Spiel von Lewis MacDougall (Pan), Sigourney Weaver (Alien) und Felicity Jones (‚Rogue One: A Star Wars Story‘) macht den Streifen zum Ereignis.

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