Sieben Leben

Drama, USA 2008
Will Smith: Liebesglück mit Rosario Dawson?

Will Smith: Liebesglück mit Rosario Dawson?

Es geht um Leben um Tod. "Ich möchte einen Selbstmord melden", sagt der Anrufer mit zitternder Stimme. Wer das Opfer sei, fragt der Rettungsdienst am Telefon. "Ich selbst", lautet die Antwort. Nach diesem Beginn erzählt das Melodrama "Sieben Leben" in Rückblenden, wie es zu der finalen Entscheidung kam. Will Smith beeindruckt als Ehemann, der den Tod seiner Frau nicht verkraftet hat.

Smith spielt einen Steuereintreiber, der in das Leben von sieben völlig verschiedenen Menschen eingreift. Einen Blinden (Woody Harrelson) beleidigt er als Krüppel, eine todkranke Patientin (Rosario Dawson) setzt er wegen ihrer Steuerschulden unter Druck, einen anderen schlägt er. Doch kaum ergibt sich dem Betrachter ein Bild vom Choleriker und Sadisten, da gibt er sich unerwartet als Gutmensch: Er setzt sich für eine siechende Greisin ein und besucht voller Sorge eine Bekannte. Schließlich ruft der Bruder an und beschuldigt ihn des Diebstahls.

"Sieben Leben" entwickelt seine Stärke aus der völligen Desorientierung des Zuschauers. Die Handlung wirft über weite Strecken so viele Fragezeichen auf, dass der Betrachter aus dem Rätselraten nicht mehr herauskommt. Hat sich der gordische Knoten am Ende gelöst, folgt Ernüchterung: Die reizvolle kryptische Handlung entpuppt sich als cineastische Bibellesung vom bußfertigen Sünder. Das ist angereichert mit weltlichem Herzschmerz: In der zweiten Hälfte verliert der Film in einer ziemlich dick aufgetragenen Liebesgeschichte an Fahrt.

Regie führte der Italiener Gabriele Muccino, mit dem Smith schon in "Das Streben nach Glück" (2006) zusammen gearbeitet hatte. Spiritualität wird als Rettung vor den aktuellen Problemen der US-Gesellschaft dargestellt. Immer wieder zeigen die Aufnahmen christliche Symbole, ob Marienstatuen im Hospiz oder Jesubilder an Häuserwänden. An die Stelle von Selbstsucht tritt das eigene Opfer, Nächstenliebe rettet Leben. Das reichlich makabere Endes schwächt den moralischen Zeigefinger kaum ab.

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