Side Effects

Krimi/Drama, USA 2013
Dramatische Gefühle

Dramatische Gefühle

Allein in den vergangenen zwei Jahren legte Steven Soderbergh mit "Contagion", "Haywire" und "Magic Mike" drei Filme vor. Nun hat der US-Amerikaner genug: "Side Effects", das hat der 50-jährige Regisseur angekündigt, soll sein letzter Kino-Film sein. Ein mit Jude Law, Catherine Zeta-Jones und Rooney Mara stark besetzter Abschied.

Der Meister des Independentkinos erzählt in seinem, bisweilen an Hitchcock erinnernden Thriller von der jungen Emily Taylor (Mara), die schwer zu kämpfen hat mit einer Depression. Nach der Entlassung ihres wegen Insider-Handels verurteilten Mannes (verkörpert von Channing Tatum) verschlechtert sich ihr Gemütszustand; beim ersten Suizidversuch rast Emily mit ihrem Auto ungebremst gegen eine Wand. Nun tritt Jude Law auf den Plan: Psychiater Dr. Banks verschreibt der zerbrechlichen Frau ein neues Medikament.

Die Verbesserung ihres Zustandes geht aber mit schrecklichen Nebenwirkungen einher - beim Schlafwandeln ersticht Emily ihren Mann. Und erklärt danach, sich an nichts mehr erinnern zu können. Was folgt, ist ein Strudel aus Schuldzuweisungen und Verdächtigungen. Mittendrin: ein zunehmend die Kontrolle verlierender Dr. Banks. Und auch die Zuschauer im Kinosessel irritiert der wendungsreiche Plot zusehends.

Soderbergh, das Multitalent, hat auch bei diesem, seinem vermeintlich letzten Werk nicht nur die Regie, sondern zugleich auch den Schnitt und die Kameraarbeit übernommen. "Side Effects" ist wunderbar fotografiert, die künstlerische Virtuosität eines Steven Soderbergh sucht im amerikanischen Kino ihresgleichen. Kaum ein zeitgenössischer Regisseur, der so elegant mit Zeitlupen, mit Unschärfen oder Farbfiltern umzugehen vermag.

Umso bedauerlicher, dass man seinem Thriller immer schwerer folgen kann. Eine Plot-Wendung reiht sich hier an die nächste. "Side Effects" schlägt derart viele Haken, dass man irgendwann die Orientierung verliert. Das grandiose Schauspiel einer Rooney Mara allerdings trägt über die gesamte Filmlänge; seit ihrem eindringlichen Auftritt in David Finchers "Verblendung" aus der "Millennium"-Trilogie zählt die mittlerweile 28-Jährige zu den großen Hoffnungen des US-Kinos. Auch Jude Law zeigt sich als smarter Seelen-Doktor von seiner stärksten Seite.

Sollte Soderbergh seine Ankündigung wahr machen, sollte dies tatsächlich seine letzte Kino-Arbeit sein, dann wäre das ein großer Verlust. Soderbergh hat in Interviews unter anderem erklärt, sich nun mehr der Malerei zuzuwenden. Auch für's Fernsehen wird er noch etwas tätig sein. Die TV-Produktion "Behind the Candelabra" mit Michael Douglas und Matt Damon jedenfalls soll bereits im Mai beim US-Sender HBO laufen.

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