Shoppen

Komödie/Drama, D 2006
"Speed-Dating": Aus Spiel kann Ernst werden

"Speed-Dating": Aus Spiel kann Ernst werden

Speed-Dates sind die Rendezvous' unserer schnelllebigen Zeit. Im Fünf-Minuten-Rhythmus lernt man bindungswillige Gleichgesinnte kennen. "Es ist ein bisschen wie beim Einkaufen", findet Regisseur Ralf Westhoff. In seinem Kinodebüt "Shoppen" begleitet er 18 Liebesuchende beim Fließband-Flirten und wirft einen unterhaltsamen und tiefgründigen Blick auf das Gefühlsleben moderner Singles.

Da ist Patrick (Felix Hellmann), der sich als Designerstück sieht, das sich bisher noch niemand leisten konnte und der Frauen mit Gin Tonics vergleicht, die man "ohne Gezicke" an der Bar bestellen kann. Die naive Jule (Anja Klawun) fürchtet panisch, als Wühltischware verramscht zu werden: "Wie beim Schlussverkauf: Je später du hingehst, desto größer werden die Zweifel. Wieso wollte das denn keiner?" Trotzdem liegt die Messlatte für den Traumpartner hoch: "Er muss zuverlässig sein, schlank, hilfsbereit, eloquent, muss immer Zeit für mich haben, und außerdem soll er eifersüchtig sein und tolerant", verlangt die burschikose Susanne (Anna Boeger).

Westhoffs Typen sind liebevoll skizziert und ohne Klischees. Vorsichtig tasten sie sich in ihren Kurzgesprächen ab, immer darum bemüht, ihre Verletzlichkeit mit Unnahbarkeit oder Selbstbewusstsein zu kaschieren. Und sie scheuen nicht davor zurück, offen Ablehnung zu zeigen. Für die meisten ist es ein Spiel, aus dem eventuell mehr werden könnte. "Es ist total unverbindlich, das macht ja auch das Single-Leben aus", sagt Westhoff. Doch was mit 22 Jahren noch Spaß mache, könne mit 37 die Hölle sein. "Der Film spielt mit diesem Faktor Zeit und dieser Generation, die nicht erwachsen werden will."

Mit den vielen Figuren entspricht der Film nicht den gängigen dramaturgischen Regeln. "Das hat mich daran gereizt, diese Drehbuchform, dieses Epische und keine klare Hauptperson zu haben, sondern 18 Gleichberechtigte." Um keinen Charakter hervorzuheben, verzichtete Westhoff deshalb auch auf bekannte Darsteller und stellte sein Ensemble aus Theaterschauspielern zusammen, vor allem von den Münchner Kammerspielen."

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