Shoot 'Em Up

Action/Abenteuer, USA 2007

Der Titel "Shoot 'Em Up" (etwa: Knall sie ab) bringt die gesamte Story ziemlich genau auf den Punkt: Es geht ums Abknallen. Die Kugeln fliegen Smith (Clive Owen) nur so um die Ohren. Aber das neu geborene Baby Oliver, das er vor Killerbanden schützen muss, ist bei ihm in guten Händen. Der Humor ist pechschwarz, aber die Schießereien sind clever inszeniert.

Gleich zu Beginn hilft Smith bei der Geburt eines Babys während er die Mutter inmitten eines Kugelhagels verteidigen muss - auch die Nabelschnur durchtrennt er mit einem Schuss. Statt durchatmen zu können, muss er durchladen. Die junge Mutter überlebt das nicht und der Bösewicht namens Hertz (ein bärtiger Paul Giamatti) will das Baby um jeden Preis umbringen. Was das unfreiwillige Kindermädchen Smith in gewaltigen Stress versetzt.

Nicht mal den Sex mit der stillenden Edelprostituierten DQ (Monica Bellucci) kann der Schütze in Ruhe genießen. Mitten im Akt kommen Todesschwadronen ins Hotelzimmer gestürzt, Smith unterbricht die Liebesszene für so eine Lappalie nicht. Der Effekt ist phänomenal: Eine perfekt ausgetüftelte Choreografie zwischen zwei ineinander gekrallten Körpern, die gleichzeitig versuchen den Kugeln auszuweichen. In einer anderen Szene wird das Baby nur gerettet, in dem Owen mit einer Reihe von Schüssen das Karussell auf einem Spielplatz antreibt, so dass der herzlose Hertz keinen Schuss auf das hilflose Bündel abfeuern kann.

Eingefleischte Fans von Action-Filmen, für die ein Plot zweitrangig ist, kommen bei dem Debüt von Regisseur Michael Davis voll auf ihre Kosten. Kein Wunder, dass die Schießereien wie wohl einstudiertes, grauseliges Ballett aussehen. Schließlich hat Regisseur Michael Davis, der auch das Skript geschrieben hat, sieben Jahre lang darauf gewartet, den Film drehen zu dürfen. In der Zeit hat er nicht faul herumgesessen, sondern hat auf seinem Notizblock jede Szene buchstäblich ausgemalt. 17.000 Zeichnungen sind so entstanden, die Davis mit dröhnender Rockmusik zu einem animierten Storyboard zusammengefügt hat. Mit diesem in Hollywood ungewöhnlichen Vorgehen überzeugte er endlich die Produzenten. Deshalb wirkt der Film manchmal arg voll gepackt mit immer neuen Ideen zum Thema Abknallen.

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