Shirley Visions of Reality

A 2013
Edward Hoppers Gemälde werden zum Leben erweckt

Edward Hoppers Gemälde werden zum Leben erweckt

Regisseur Gustav Deutsch hat für seinen Avantgarde-Streifen "Shirley - Visions of Reality" 13 Gemälde des US-Kunstrealisten Edward Hopper (1882 - 1967) zum Leben erweckt, und dabei Film, Malerei, Tanz und Musik kombiniert. Im Mittelpunkt stehen die Schauspielerin Shirley und ihr Partner Stephen, aber auch von der Geschichte Amerikas. Der Film wurde Anfang des Jahres auf der Berlinale präsentiert.

Die Sets sind stets auf eine bestimmte Kameraposition hin gebaut worden, der jeweilige Blickwinkel ändert sich daher in den 13 Szenen nicht. Die dreidimensionale Rekonstruktion der Hopper-Gemälde ist perspektivisch verzerrt und detailgenau mittels Licht- und Schatteneinsatz abgestimmt. Die Menschen in den Sets bewegen sich langsam, sehr bewusst, jedes Bild wird für sich zu einem kleinen Leinwandgemälde. Aus dem Off wird zudem der innere Monolog der Hauptdarstellerin (Stephanie Cummings) vorgetragen, einer Schauspielerin im Amerika der 30er, 40er, 50er und frühen 60er Jahre.

Die Stimme bleibt in ihrer Auseinandersetzung mit den beruflichen und privaten Gegebenheiten - von den Jahren der Depression über den Weltkrieg bis zur McCarthy-Ära - meist ruhig und sachlich, die Räume wirken mit den flächigen Farbtexturen hoch künstlich, das Spiel ist ausdrucksstark und dennoch zurückgenommen. Regisseur Gustav Deutsch hat sichtlich kein Interesse, sich am vermeintlichen Realismus' Hoppers abzuarbeiten, sondern vielmehr einen eigentümlichen Raum für eine Lebensgeschichte zu schaffen. Das Ergebnis ist vielleicht nicht sinnlich, aber intellektuell höchst faszinierend.

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