Selma

Drama, GB/USA 2014
Martin Luther King wird grandios von David Oyelowo verkörpert

Martin Luther King wird grandios von David Oyelowo verkörpert

Selma ist in eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Alabama - und gilt doch als eines der größten Schlachtfelder im Kampf der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den 1960ern. Martin Luther King jr. hat dort mit drei Protestmärschen den Zugang der Schwarzen zu den Wählerlisten erkämpft - was Regisseurin Ava Marie DuVernay in ihrem Oscar-nominierten Film "Selma" nun nachzeichnet.

"Selma" setzt mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an den bereits legendären Bürgerrechtler ein und endet schließlich mit der Unterzeichnung des neuen Wahlrechtsakts durch Präsident Lyndon B. Johnson. Dazwischen liegen die Geschehnisse des Jahres 1965, in denen King mit seiner Southern Christian Leadership Conference die nationale Aufmerksamkeit auf die Thematik lenkt und angesichts der massiven Gewaltanwendung der weißen Autoritäten vor Ort die öffentliche Meinung auf seine Seite bringt. Den Ausschlag gab hierbei nicht zuletzt der "Bloody Sunday" am 7. März, als 600 Bürgerrechtsdemonstranten von der Polizei mit Knüppeln und Tränengas an der Stadtgrenze von Selma attackiert wurden.

Das biografische Schlaglicht auf Martin Luther King sticht in seiner zurückhaltenden Authentizität heraus, was nicht zuletzt Hauptdarsteller David Oyelowo zu verdanken ist. Dass der 38-Jährige keine Oscar-Nominierung für seine Leistung zugesprochen bekam, ist gelinde gesagt unverständlich. Überhaupt stieg "Selma" mit Nennungen in den Kategorien "Bester Film" und "Bester Song" überraschend schwach aus.

Dabei spielt Oyelowo den Baptistenpastor nicht, sondern verkörpert ihn im wahrsten Sinne des Wortes. Er vermag die politische Rede ebenso glaubwürdig zu rezitieren wie die Zweifel eines Mannes an der Mission und seinen Missmut angesichts der Bruchlinien, die innerhalb der schwarzen Bürgerrechtsbewegung laufen. Zugleich belässt es DuVernays "Selma" nicht bei einer Glorifizierung seiner Hauptfigur, sondern streift ebenso die außerehelichen Affären, die King vom FBI erpressbar machen und das Verhältnis zu seiner Ehefrau Coretta (Carmen Ejogo) belasten, ohne, dass sich der Film dabei zu sehr im intimen Tratsch verlieren würde.

Die Nebenrollen stehen dem dominanten Oyelowo allerdings kaum nach: Oprah Winfrey verkörpert uneitel die standhafte Annie Lee Cooper, Tom Wilkinson den US-Präsidenten Johnson und Giovanni Ribisi dessen Berater Lee White.

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