Self/Less - Der Fremde in mir

Science Fiction/Thriller, USA 2015

Ryan Reynolds spielt den wiedergeborenen Damian

Es ist der große Menschheitstraum: Das ewige Leben. Tarsem Singh ("The Cell") hat sich diesem faszinierenden Thema in seinem neuen Science-Fiction-Thriller "Self/Less - Der Fremde in mir" angenähert. Mit Ben Kingsley und Ryan Reynolds in den Hauptrollen.

Für den Industriegiganten Damian Hale (Kingsley) könnte ewig leben Realität werden. Gerade einmal 250 Millionen Dollar kostet es ihn, seinen Geist, seine Seele, seine Persönlichkeit - quasi sein bewusstes Ich - in einen anderen Körper zu übertragen. In einen jungen gesunden Körper, heraus aus seiner sterbenden, vom Krebs zerstörten Menschenhülle.

Alles ethisch korrekt, alles moralisch sauber, verspricht der dennoch im Geheimen arbeitende Wissenschaftsunternehmer Albright (Matthew Goode). Bei den jungen, kraftstrotzenden Wirtskörpern handelt es sich angeblich um Ware aus dem Reagenzglas, schlichte Laborzüchtungen. Doch kann das wirklich sein? Die Suche nach der Wahrheit wird für den als Edward (Ryan Reynolds) wiedergeborenen Damian zu einem packend-rasanten Kampf ums Überleben.

Dabei wäre es doch nur gerecht, wenn ein so brillanter Kopf weiterleben könnte. Oder? Warum sollen die großen Geister von dieser Welt gehen, nur weil ihre Körper zerfallen? Wenn sie weiter der Gesellschaft dienen können, kommt das doch allen zugute. So rechtfertigt Albright - ein moderner Dr. Frankenstein - das ebenso zwielichtige wie lukrative Geschäft mit dem sogenannten Shedding.

Und warum überhaupt ethische Bedenken? Im Prinzip könnte der im Business recht skrupellose Damian sein neues Leben als Edward voll genießen: Geld, Partys, schnelle Autos und Sex im Überfluss - der Pakt mit dem Teufel schmeckt reichlich süß. Wären da nicht diese fast schon Faust'schen Selbstzweifel: Woher kommen seine eigenartigen Visionen? Oder sind es Flashbacks aus einem früheren Leben? Vielleicht dem Leben des Wirtskörpers? Und warum muss er ständig diese Pillen schlucken, um die Visionen zu unterdrücken? Was verheimlicht der smart-kalte Albright?

Ein zeitgenössisch unterkühlter Look, schnelle Schnitte, krachende Action und eine packende Story: Regisseur Singh liefert mit "Self/Less - Der Fremde in mir" einen überzeugenden Actionthriller. Ein knackiger Ryan Reynolds, changierend zwischen knallhartem Actionstar und verzweifelndem Weltenretter, sowie Ben Kingsleys eindringlicher Kurzauftritt komplettieren den guten Gesamteindruck.

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