Schweinskopf al dente

Komödie/Krimi, D 2016

Susi lässt sich nicht von Franz zum Bleiben überreden

Skurril-abgründige Kriminalfälle, die in der Provinz spielen: Was zuerst als Geheimrezept für Romane galt, wurde vor einigen Jahren auch vom Fernsehen entdeckt, denkt man an die ORF-Landkrimis. Die Krimikomödien nach Rita Falk landeten sogar im Kino. Mit "Schweinskopf al dente" kommt am Donnerstag das dritte Werk der Reihe ins Kino - wieder mit starker österreichischer Beteiligung.

Natürlich stehen wieder Polizist Franz Eberhofer und Privatdetektiv Rudi Birkenberger auf der großen Leinwand des skurrilen Kinospaßes. Allerdings kommt der recht derb daher und lässt den feinen subtilen Humor von "Dampfnudelblues" und "Winterkartoffelknödel" vermissen.

Eberhofers Liebesbeziehung zu seiner Dauerfreundin steckt in einer Krise. Susi will sich nicht länger hinhalten lassen und endlich zusammenziehen, wenn nicht gar heiraten. Doch Eberhofer erweist sich wieder einmal als beziehungsunfähig und zögert so lange, bis Susi nach Italien abhaut. Während er versucht, mit seinem Leben als Single klarzukommen, spielen sich zwischen Niederkaltenkirchen und Landshut gruselige Dinge ab. Eberhofers Chef Moratschek entdeckt in seinem Bett den blutenden Kopf eines geköpften Schweines. Die Morddrohung eines Psychopathen, der auf der Flucht ist? Bald steckt Eberhofer im Chaos. Dabei müsste er doch nach Italien fahren und um Susis Liebe kämpfen. In seiner Not ruft er Birkenberger (Simon Schwarz) zu Hilfe.

Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer versprüht seinen altbewährten Charme: Schonungslos direkt und verstockt wie eh und je. Romantik und Feinfühligkeit? Weit gefehlt, sehr zum Ärger von Susi alias Lisa Maria Potthoff, die künftig in der Pizzeria ihres neuen Verehrers am Gardasee arbeiten will. Eberhofers Kommentar: "Aber bei so einem Lokal, da ist man doch den ganzen Tag auf den Beinen, und da kriegt man leicht Krampfadern, und du neigst doch eh schon dazu." Einer der lustigsten Dialoge.

Ansonsten kommt der trockene Humor, der die ersten Eberhofer-Filme so unterhaltsam und sehenswert machte, etwas kurz. Dabei ist Bezzel eigentlich ein Meister der Lakonie. Regisseur Ed Herzog hat den Fokus dieses Mal allerdings verschoben, hin zu Eberhofers dauerbekifftem Vater (Eisi Gulp) und zu Moratschek (Sigi Zimmerschied). Die beiden schließen eine völlig unerwartete Freundschaft. Gemeinsam versinken sie in einem Rausch aus Rotwein und Cannabis und kommen auf die absurdesten Ideen: Schräg, skurril, aber mitunter auch arg überdreht und hart an der Grenze zum Klamauk.

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