Schwarze Katze, Weisser Kater

Komödie/Romanze, YU/F/D 1998
Schwarze Katze, Weisser Kater

Unter dem Titel Ciné Méditerranée veranstaltet das Filmarchiv Austria diesen Sommer im Augarten (Open Air und im Zelt) und Metro Kino in Wien eine Hommage an die Kinematografien der Mittelmeerländer. Am Sonntag, 25. Juli, läuft Emir Kusturicas Film "Schwarze Katze, Weisser Kater" im Augarten.

Kusturica hatte immer schon ein Faible für gesellschaftliche Außenseiter, im Speziellen für die Roma, die ihn auch in "Schwarze Katze, Weisser Kater" begleiten. Hauptfiguren sind zwei Gauner, der erfolgreiche Dadan und der ewige Versager Matko. Während Dadan in Geld schwimmt, zieht Matko regelmäßig den Kürzeren. Das geht so weit, dass Matko in Dadans Vorschlag, dessen zwergwüchsige Schwester mit Matkos Sohn Zare zu vermählen, einwilligt. Von dieser Idee sind jedoch weder das potenzielle Brautpaar noch der Rest der Familien begeistert. Nach zahlreichen turbulenten und slapstickartigen Szenen an den Donauufern Ex-Jugoslawiens wendet sich schließlich alles zum Guten. Kusturica drehte mit "Schwarze Katze, Weisser Kater" seinen opulentesten und skurrilsten Film, der mit seinen schrägen Typen wie eine Hommage auf Fellini anmutet.

Kusturica bedient sich bei den amerikanischen Slapstickfilmen mit ihrer Überdosis an Missgeschicken und Sonderlingen, Tempo, Gags und einer Erzählweise, in der eine Szene die andere jagt, um das Durcheinander in einer Hochzeitssequenz zu bündeln. Neu ist das überlebensgroße Happy End: Die Liebenden kriegen sich, für tot Erklärte stehen auf, und Bösewichte gehen im Plumpsklo baden. Schon Brecht und Nestroy liebten die ironische Inversion solcher Happy Ends, um deren Illusionscharakter zu entlarven. "Die Welt wird durch die elektronischen Medien immer inhumaner. Ich wollte mich davon distanzieren und habe mich in die Zigeunerwelt versetzt, in der ich menschliche Züge fand", meint Kusturica.

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