Schoßgebete

Komödie, D 2014
Elizabeth und Georg probieren alles aus

Elizabeth und Georg probieren alles aus

Ein Jahr nach der Verfilmung von Charlotte Roches expliziten Bestsellerromans "Feuchtgebiete" kommt nun mit "Schoßgebete" ihr zweites, wesentlich persönlicheres Werk ins Kino. In der Regie von Sönke Wortmann steht nicht der Körper, sondern die verletzte Seele der neurotischen Protagonistin im Zentrum.

"Mein Mann hat einen Scherbenhaufen geheiratet", sagt Elizabeth Kiel. Seit einem schweren Autounfall ihrer Familie, bei der ihre Brüder starben, ist die 33-Jährige zutiefst traumatisiert und verängstigt. Rache- und Todesfantasien sowie regelmäßige Besuche bei ihrer Therapeutin, Frau Drescher, gehören ebenso zu ihrem Alltag wie aufgeschlossene Kindererziehung und tabuloser Sex mit ihrem Mann Georg. Nur beim Liebesspiel fühlt sie sich völlig frei, sagt sie, und begleitet ihren Ehemann in den Sexshop ebenso wie ins Bordell. Elizabeth hangelt sich von einem Tag zum anderen - immer versucht, den Ansprüchen als Ehefrau, Mutter und Objekt gleichermaßen gerecht zu werden.

Nimmt der Sex auf Heizdecken und mit fremder Frau im Bordell in Roches 2011 im Piper-Verlag erschienenen Bestsellerroman noch viel Platz ein, drängen ihn Regisseur Wortmann ("Das Wunder von Bern", "Der bewegte Mann") und Produzent und Debüt-Drehbuchautor Oliver Berben eher in den Hintergrund. Die Menage à trois im Bordell ist kurz gehalten und überraschend geschmackvoll inszeniert, und auch sonst kommt der Sex gediegen daher. Wortmanns Augenmerk in punkto Explizität liegt auf jenem tragischen Unfall, der Roche tatsächlich zur Selbsttherapie in Buchform gebracht hat: Auf dem Weg zu ihrer Hochzeit in England verunglückten ihre drei Brüder 2001 schwer, nur die Mutter überlebte. Die Familie war extra vom Flugzeug aufs Auto umgestiegen, um Roches wuchtiges Hochzeitskleid zu transportieren.

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