Schlechte Erziehung

Krimi/Drama, E 2004
Almodovar mit seinem wohl persönlichsten Film

Almodovar mit seinem wohl persönlichsten Film

Schwarz ist die Elementarfarbe in dem virtuosen und mit Sicherheit persönlichsten Film des spanischen Meisterregisseurs Pedro Almodóvar. In "Schlechte Erziehung" (La mala educación) sind die Soutanen der Pfarrer ebenso rabenschwarz wie die Nächte im katholischen Internat und vor allem auch die Schicksale der jungen Zöglinge.

Sexuellen Missbrauch unter dem Deckmantel einer kirchlichen Erziehung hat der 52-jährige Almodóvar zum Ausgangspunkt seines Verwirrspiels um Lügen, Verhängnis und Tod gemacht. Er lädt ein auf eine rasante Achterbahn über die Höhen von Melodram und Satire bis tief hinunter in den Abgrund der Gefühle.

Da ist zunächst einmal eine Dreiecksgeschichte der besonderen und der besonders prägenden Art. Die Klosterschüler Enrique und Ignacio entdecken ihre Liebe, aber auch die Faszination des Kinos und die Furcht vor den Annäherungen des Padre Manolo. Lange Zeit nach diesem Erwachen in der Zeit des Franco-Regimes scheint es 1980 dann zu einem Wiedersehen der früheren Freunde zu kommen. Enrique ist ein bereits erfolgreicher Regisseur, auf seinem Tisch landet eine Vorlage für einen Film über seine schon 16 Jahre zurückliegende Pensionatszeit.

Was folgt, das ließe sich wie so oft bei einem facettenreichen Filmpuzzle nicht oder nur sehr oberflächlich beschreiben. Mit einem Film-im-Film, mit Rückblicken und gekonnten Verschachtelungen schickt der Regisseur von "Sprich mit ihr" und "Alles über meine Mutter" den Zuschauer in ein Labyrinth der trügerischen Spiegel und in die Irre führenden Wege.

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