Schau mich an!

Drama/ , F 2004
Wunderbar bissige Komödie der Eitelkeiten

Wunderbar bissige Komödie der Eitelkeiten

Die französische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Agnès Jaoui nimmt in ihrer wunderbaren Komödie der Eitelkeiten keine falschen Rücksichten. In "Schau mich an!" bekommt jeder sein Fett ab - alle Figuren zappeln und strampeln wortreich und sehr komisch in einem fein gesponnenen Netz von Abhängigkeiten.

Ihr Name ist eigentlich ein Witz, denn eine laszive Nymphe ist die 20-jährige, etwas pummelige Lolita (Marilou Berry) nun wahrlich nicht. Die junge Frau, die so gerne geliebt werden würde, hat es höllisch schwer. Ihr Vater, der egozentrische Pariser Schriftsteller Etienne Cassard (Jean-Pierre Bacri), lässt keine Gelegenheit aus, seine Tochter zu demütigen. Aber kein falsches Mitleid - wenn es darauf ankommt, erweist sich Lolita als ebenso fieses Luder wie ihr Vater.

Lolita ist nicht nur Mauerblümchen, sondern auch eine begabte, launische Sängerin, die den jungen Journalisten Sébastien (Keine Bouhiza) nach Belieben ausnützt. Ihre Musiklehrerin Sylvia (Agnès Jaoui) zeigt sich einerseits genervt von der Schülerin, fördert aber auch Lolitas Talent. Sylvias Ehemann Pierre (Laurent Grevill) zweifelt an seiner Berufung zum Schriftsteller, bis er Zugang zum Kreis von Lolitas Vater bekommt. Aus dem rebellischen Geist wird in Windeseile ein gnadenloser Karrierist.

Agnès Jaoui demaskiert mit leichter Hand die opportunistischen Winkelzüge und Eifersüchteleien dieser selbstverliebten Clique, aber sie denunziert keine ihrer Figuren. Ihr satirisch zugespitzter, vor Esprit sprühender Blick auf den Pariser Kulturbetrieb kommt mit geschliffener Rhetorik und eleganter Boshaftigkeit daher.

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