Scary Movie 4

Komödie/Horror, USA 2006
Auch Shyamalans "The Village" wird verarscht

Auch Shyamalans "The Village" wird verarscht

In ihrer Persiflage einiger der erfolgreichsten Kinofilme der letzten Monate setzen Regisseur David Zucker und Drehbuchautor Jim Abrahams setzen in "Scary Movie 4" einmal mehr auf grobschlächtige Knalleffekte. Da gehören "Brokeback Mountain", "Krieg der Welten" und "Million Dollar Baby" ebenso dazu wie die Gruselstreifen "The Village" und "Saw".

Zucker/Abrahams schrecken vor keinem Gag zurück, und manchmal ist das durchaus zum Lachen und erfrischend respektlos. Dann nämlich, wenn die beiden schwulen Cowboys aus "Brokeback Mountain" von einem dicken großen und einem kleinen schwarzen Rap-Sänger durch den Kakao gezogen werden oder der alte Leslie Nielsen einen US-Präsidenten spielt, der - in überdeutlicher Anspielung auf eine berühmt gewordene Szene vom 11. September 2001 - beim Besuch einer Schulklasse von seinem Berater die Nachricht zugeflüstert bekommt, feindliche Außerirdische seien gelandet und hätten mit der Zerstörung Amerikas begonnen. Das mag nicht umwerfend originell sein, Spaß daran hat man aber schon.

Regisseur David Zucker hat bereits "Scary Movie 3" in Szene gesetzt, berühmt geworden ist er mit seinen "Nackte Kanone"-Filmen, die allesamt Kassenhits waren. Er genießt also in Hollywood eine Art Narrenfreiheit und darf sogar Filme von Steven Spielberg, dessen "Krieg der Welten" sich ja wirklich perfekt für Persiflagen eignet, und Clint Eastwood auf die Schippe nehmen. Doch schlägt er mit seiner analfixierten Brachialkomik daraus zu wenige zündende Funken.

Zucker/Abrahams sind nicht an der exemplarischen Dekonstruktion von industriellen Großproduktionen der Traumfabrik interessiert, sondern an flüchtigen Gags. Wahrscheinlich aber kennen sie die realen Publikumsbedürfnisse einfach besser. An den Kinokassen hat "Scary Movie 4" nämlich beste Chancen, obwohl die Hauptdarsteller Anna Faris und Craig Bierko gewiss nicht zur ersten Garnitur gehören. Doch wenn die bösen Außerirdischen mit Klamauk zur Strecke gebracht werden, braucht es nun wirklich keinen Tom Cruise an der Front.

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