Royal Corgi – Der Liebling der Queen

Animation, GB 2019
Royal Corgi - Der Liebling der Queen

Royal Corgi - Der Liebling der Queen

Der Film ist ein gutes Beispiel dafür, wie irreführend Trailer sein können: Statt zuckersüßer Unterhaltung gibt es viele Fehlgriffe.

Ein neues Foto von Prinz George, der Hype um die bevorstehende Geburt von Baby Sussex oder die zweifache Geburtstagsfeier der Queen. Nicht zu vergessen, dass ein Millionenpublikum vor dem Fernseher sitzt, wenn sich ein Prinz traut. Die ganze Welt ist besessen von den britischen Royals und schnappt jede noch so kleine Neuigkeit begierig auf. Diese Popularität der Windsors machte sich das Regie-Duo Ben Stassen und Vincent Kesteloot (Sammys Abenteuer 2) zunutze und kreierte einen Animationsfilm, in dessen Mittelpunkt die berühmten Corgis der Queen stehen. Der Trailer ist zauberhaft und macht große Lust auf die Animation, die ersten Minuten sind auch herzallerliebst. Komisch allerdings, dass in dieser kurzen Zeit schon der ganze Inhalt der Vorschau verbraten wird. Das lässt nichts Gutes vermuten – zu Recht! Der Trailer ist eine Irreführung, denn was in den restlichen 80 Minuten des Films passiert, ist meilenweit von dessen zuckersüßen Versprechen entfernt. Aber erst einmal zum Inhalt.

Die Queen ist entzückt, als Prinz Philip ihr einen Corgi-Welpen schenkt. Der Vierbeiner mit dem süßen Blick schmeichelt sich schnell ins Herz der Monarchin ein. Weniger begeistert ist ihr Gemahl, der von Rex' Eskapaden und seiner Vorliebe für die royalen Hausschuhe schnell genervt ist und abends gern das Buch Wie ich meinen Hund umbringe liest. Auch die drei anderen Corgis der Queen – Nelson, Margaret und Charlie – beobachten eifersüchtig, wie sich der Neue zur Nummer 1 der Königin mausert. Ein Freifahrtschein für Rex, der weiß, dass er ungestraft seine Späße treiben kann. Eines Tages ist hoher Besuch angesagt: US-Präsident Donald Trump, seine Frau Melania und deren aufgedonnerte Corgi-Dame Mitzy mit den gruseligen Schlauchboot-Lippen sind Gäste im Buckingham-Palast. Der selfiemachende Trump und die Königin schmieden einen Plan: Eine Verbandelung von Rex und Mitzy würde das Bündnis von USA und England stärken. Blöderweise ist Mitzy so aufdringlich, dass sich Rex auf der Flucht vor der Corgi-Dame im „Fort Knox“ des Präsidenten verbeißt. Der Staatsbesuch sucht grantig das Weite, und die Queen tadelt ihren geliebten Hund zum ersten Mal. Rex’ gebrochenes Herz nützt der eifersüchtige Charlie aus, er überredet seinen Konkurrenten, mit ihm den Palast zu verlassen und sein Glück beim Papst zu versuchen. In Freiheit schubst Charlie Rex schließlich in den Fluss, um ihn ein für alle Mal loszuwerden. Rex überlebt und landet im Hundezwinger, wo er sich gegen Pitbull Tyson im illegalen Fight Club durchsetzen muss, sich in die Windhündin Wanda verliebt und allerlei kuriose Abenteuer übersteht, bis er endlich wieder im Buckingham-Palast landet.

Wie gesagt, die Animation fängt vielversprechend mit einer herzigen Zusammenfassung über das Aufwachsen und den Alltag der Corgis im Palast an. Danach zieht mit dem Besuch von Trump die erste Krise auf. Das großkotzige Auftreten des realen Präsidenten lädt zur Parodie ein, doch die Umsetzung im Animationsfilm ist gänzlich unoriginell. Die paar Minuten fühlen sich wie Stunden an. Als man sich dann auch noch in einem Film für Kinder über sexuelle Belästigung lustig macht, reicht es. Es macht keinen Spaß, zuzuschauen, wenn eine läufige Hündin einen unwilligen Artgenossen mit geschmacklosen Gesten bedrängt und ein Nein nicht akzeptiert. Man will nur noch fluchtartig den Kinosaal verlassen. Gut gemacht hingegen ist, wie sich der verhätschelte Rex plötzlich allein durchschlagen muss und in einem Straßenköter-Zwinger landet. Dass aber die Tiere dort einen illegalen Fightclub unterhalten, wirkt reichlich übertrieben. Es scheint, als hätte man im Skript einfach lieblos ein weiteres Abenteuer für Rex draufgepackt. Positiv ist hier nur die dynamische Sequenz, in der Rex in Rocky-Manier trainiert. Auch sehr lieblos: die eigenartige Love-Story zwischen Rex und der übersexuellen Windhündin. Hoffentlich muss sich die Queen den Film nicht anschauen ...

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