Ronal der Barbar

DK 2011

In TV und Kino finden: Kresten Vestbjerg Andersen, Thorbjorn Christoffersen, Philip Einstein Lipski

Ein schmächtiger Barbar muss alle retten

Ein schmächtiger Barbar muss alle retten

Die Szenerie scheint einem Bubentraum entsprungen: Muskelbepackte Krieger, Ströme von Bier und vollbusige Amazonen, die bei der ersten Begegnung mit Männern nur so vor Lust lechzen. Mit "Ronal der Barbar" kommt ab Freitag eine nicht wirklich jugendfreie Aneinanderreihung von Fantasy-Klischees in die heimischen Kinos.

Der dänische Animationsstreifen gefällt sich dabei zwar als augenzwinkernde Persiflage mit etlichen Film- und Musikzitaten, kann optisch aber trotz 3D-Aufwertung kaum das Heben einer Augenbraue bewirken. Im Zentrum des Abenteuers steht der schwächliche Ronal, Schandfleck seines Onkels und Barbaren-Anführers Gundar. Ronal kann kaum eine Holzhantel stemmen, geschweige denn sein Volk vor den anrückenden Schergen des bösen Lord Volcazar warnen. Es kommt, wie es kommen muss: Das kleine, auch aufgrund der bierseligen Gelage an eine bestimmte gallische Vorlage erinnernde Dorf wird überrollt, nur Ronal sowie der Nachwuchsbarde Alibert bleiben zurück und nehmen etwas widerwillig die Rettung der entführten Barbaren in Angriff.

Tiefschürfende Dialoge oder feinfühliger Sprachwitz werden dabei nicht großgeschrieben, vielmehr wird hier mit der Keule agiert, die Streitaxt geschwungen und der engsitzende Lendenschurz zurecht gezurrt. Das für Drehbuch und Regie verantwortliche Trio Philip Einstein Lipski, Thorbjorn Christoffersen und Kresten Vestbjerg Andersen verneigt sich vor Fantasy-Klassikern der Marke "Conan" oder "Herr der Ringe", ebenso wird auch das optische Erscheinungsbild von Metal-Bands der 1980er Jahre durch den Kakao gezogen. Einzig der schmächtige Ronal fällt aus diesem Rahmen, würde viel lieber Worte statt Fäuste gebrauchen und steht dem bevorstehenden Feldzug recht skeptisch gegenüber. Aber schließlich braucht jede Geschichte ihren Helden. Bis aus Ronal aber ein solcher werden kann, heißt es eineinhalb Stunden in leer gefegten Weiten wandern, kurzweilige Kämpfe bestehen und unterwegs die Liebe in Form der Schildmaid Zandra treffen.

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