Roma-Kulturfestival

Mit einem Theaterfestival, einer Ausstellung, Filmen und einer Podiumsdiskussion ist Graz ab der kommenden Woche Schauplatz eines intensiven Austausches zwischen Roma und "Gadze", den Nicht-Roma.

Vom 8. bis zum 23. November präsentiert das "Internationale Roma Kultur Festival" ein Programm von Künstlern aus Österreich und den angrenzenden Staaten, das die Lebensweise, Kunst und Tradition der Roma zum Inhalt hat. Verwirklicht wird es von "uniT - Verein für Kultur an der Uni Graz" im Rahmen eines EU-Projektes.

Die öffentliche Meinung zu den Roma sei in den Ländern der EU noch immer von Klischees geprägt, konstatieren die Veranstalter. Mit dem Ziel der differenzierten Wahrnehmung der Situation der Roma wollen die Organisatoren mit künstlerischen Mitteln einen Beitrag zum Schutz dieser Minderheit leisten. Das Festival ist der erste Schritt im dreijährigen EU-Projekt unter dem Titel "Culture Body - Body Culture. Roma and Gadze".

Zur Einstimmung läuft am 8. November mit "Gadjo Dilo" die Roma-Filmreihe im Geidorfkino an. Der Film "Pink Dreams" von Dusan Hanak (9.11) handelt von der Liebe zwischen einem Nicht-Rom und einem "Zigeuner"-Mädchen, die durch die Vorurteile der slowakischen ländlichen Gemeinschaft zum Scheitern verurteilt ist. Am 10. 11. folgt die Dokumentation "Ceija Stojka" von Karin Berger, die die Lebensgeschichte einer ehemaligen KZ-Insassin und Roma zeigt. (Beginn jeweils um 20.15. Uhr)

Ab dem 11. November (20.00 Uhr) ist Frauke Steiners Produktion "Es war, weil es nicht war, eine Roma-Freak-Show", im Saal des WIST Wienerstraße zu sehen. Die Regisseurin hat aus historischen und zeitgenössischen Texten eine Show entwickelt, in der es um die Klischees in der Wahrnehmung der "Zigeuner" geht. An den folgenden Tagen präsentieren Ensembles aus Rumänien, Ungarn, Slowakei und Slowenien ihre Stücke (jeweils 20.00 Uhr) im Dom im Berg. Nach den Aufführungen gibt es ab 22.00 Uhr Live-Musik. Um jeweils 16.00 Uhr werden am 20. und 22. November Kindertheaterstücke aufgeführt.

In den Minoriten Galerien wird ab dem 19. November die Ausstellung "Wir sind wer wir sind" gezeigt. In der Ausstellung werden zeitgenössische Kunstwerke präsentiert, die ein vielfältiges Bild vom Leben der Roma und von deren Wahrnehmung durch Nicht-Roma liefern, kündigt Kuratorin Margarete Makovec an. Am Ende des Festivals steht am 23.11. eine Diskussion im Dom im Berg unter dem Titel "Roma und Gadze - eine Annäherung" (19.00 Uhr).

INFO: "Internationales Roma Kultur Festival", 8. bis 23. November, Graz. Infos online:

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