Rogue One: A Star Wars Story

Science Fiction/Abenteuer, USA 2016

Das Imperium greift brutal durch

Im ersten Ableger-Film aus dem Star Wars-Universum versucht eine Rebellen-Truppe um Felicity Jones, die Pläne des Todessterns zu stehlen

Anno 2012 machte die Walt Disney Company mit einer genialen Aquisition Schlagzeilen. Dabei blätterte Disney-CEO Bob Iger dem Gründer und Eigentümer George Lucas rund vier Milliarden Dollar für Lucasfilm auf den Tisch. Gemeinsam mit der neuen Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy kündigte der Manager für 2015 auch gleich den Kinostart von ‚Star Wars VII: Das Erwachen der Macht‘ an. Der Film sollte den Beginn einer neuen Trilogie einläuten, wobei die einzelnen Episoden in Abständen von je zwei Jahren erscheinen sollten. Um den Fans die Wartezeit auf die jeweils neue ‚Star Wars‘-Episode zu verkürzen, wurden für die Jahre dazwischen auch gleich mehrere von der Haupttrilogie unabhängige Anthologie-Streifen – eine bunte Reihe von Filmen aus dem ‚Stars Wars‘-Universum – angekündigt. Ab 15. Dezember startet mit ‚Rogue One: A Star Wars Story‘ nun der erste dieser Ableger-Filme in unseren Kinos, der locker zu den am sehnlichsten erwarteten Streifen des Jahres gehört.

Himmelfahrtskommando im Herzen des Imperiums

Die Geschichte des neuen ‚Star Wars‘-Films, die zeitlich zwischen ‚Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith‘ und ‚Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung‘ spielt, ist schon im Schriftzug zu Beginn von ‚Star Wars - Episode IV: Eine neue Hoffnung‘ zu lesen:

Es herrscht Bürgerkrieg. Die Rebellen, deren Raumschiffe von einem geheimen Stützpunkt aus angreifen, haben ihren ersten Sieg gegen das böse galaktische Imperium errungen. Während der Schlacht ist es Spionen der Rebellen gelungen, Geheimpläne über die absolute Waffe des Imperiums in ihren Besitz zu bringen, den Todesstern, eine Raumstation, deren Feuerkraft ausreicht, um einen ganzen Planeten zu vernichten.

‚Rogue One‘ erzählt also die Geschichte, wie die Rebellen an die Todesstern-Pläne gekommen sind. Die Galaxie befindet sich nach dem Zusammenbruch der Republik im Wandel, und das Imperium bringt seither ein Sternensystem nach dem anderen unter seine Kontrolle. Seit die Jedi-Ritter durch die Order 66 einst ausgelöscht wurden, haben die Truppen des Imperators dabei leichtes Spiel. Der Bau des Todessterns, der sogar ganze Planeten vernichten kann, gerät dabei zum Symbol der überlegenen imperialen Feuerkraft. Die bevorstehende Inbetriebnahme der ultimativen Waffe wird auch zur Zerreißprobe für die Rebellen-Allianz. Was tun? Aufgeben oder tapfer weiterkämpfen?

Just eine junge Kriminelle wird in diesem Konflikt zum Zünglein an der Waage: Schwere Körperverletzung, Besitz gestohlener Güter, Fälschung imperialer Dokumente – Jyn Erso (Felicity Jones) blickt schon auf eine lange Verbrechens-Liste in ihrem kurzen Lebenslauf zurück, als sie sich dem Kampf der Rebellen anschließt. Im Krieg gegen das Imperium muss man sich mitunter auch krimineller Energien bedienen, das ist auch den Widerstandskämpfern um Senatorin Mon Mothma (Genevieve O'Reilly) bewusst. Jyns Rekrutierung erfolgt natürlich nicht ganz zufällig. Wie sich herausstellt, war Jyns Vater Galen Erso (Mads Mikkelsen) maßgeblich daran beteiligt, die neue Superwaffe des Imperiums zu bauen, weshalb sein Wissen und Jyns Verbindung zu ihm wertvoll sind. Insofern passt die undisziplinierte junge Frau, die sich seit ihrer Jugend allein durchschlägt, wunderbar in ein Team, das Galen im Rahmen eines Himmelfahrtsmission aufspüren soll. Das Imperium will den Todesstern testen, und die Rebellen müssen wissen, was die neue Waffe kann -und wie man sie zerstört. Zusammen mit einer bunten Gruppe - Rebellen-Captain Cassian Andor (Diego Luna), der blinde Mönch Chirrut Imwe (Donnie Yen) und dessen Kumpel Baze Malbus (Jiang Wen), der ehemalige imperiale Pilot Bodhi Rook (Riz Ahmed) und der umprogrammierte imperiale Sicherheitsdroide K-2SO (Alan Tudyk) - zieht Jyn schließlich los, um die Todesstern-Pläne zu besorgen. Orson Krennic (Ben Mendelsohn), Direktor der imperialen Waffentechnik, versucht mit aller Macht, genau dies zu vereiteln, auch, weil ihm kein Geringerer als Darth Vader im Nacken sitzt.

Der Blockbuster des Jahres!

Mission: grandios. Nachdem ‚Star Wars VII: Das Erwachen der Macht‘ global über zwei Milliarden Dollar lukrierte und der Sci-Fi-Kultreihe so neues Leben einhauchte, hat sich der Druck für die Filmemacher nicht gerade verringert. Der erste Spin-off-Film erzählt die Geschichte einer Gruppe einfacher Menschen, die ihr Schicksal einer schier unmöglichen Mission gegen das übermächtige Imperium verschreiben. Dementsprechend ist der Streifen, der wie eine Sci-Fi-Variante von ‚Die Kanonen von Navarone‘ wirkt, stilistisch und optisch weitaus realistischer angelegt als alle bisherigen ‚Star Wars‘-Filme. Auf jeden Fall hat sich der Krieg im ‚Krieg der Sterne‘-Universum noch nie so echt angefühlt. Der britische Regisseur Gareth Edwards, der mit Filmen wie ‚Monsters‘ und ‚Godzilla‘ bekannt wurde, haucht der von Effekte-Guru John Knoll ersonnenen Idee auf brillante Weise Leben ein - und inszenierte ein überraschend dunkles und wunderbar mitreißendes Sci-Fi-Spektakel, das zu gleichen Teilen klassisch und erfrischend neu daherkommt. Locations, Effekte sowie die Darsteller - allen voran Felicity Jones - sind exzellent, und machen ‚Rogue One: A Star Wars Story‘, das nahtlos in ‚Star Wars: Episode IV -Eine neue Hoffnung‘ mündet, zur wahrhaft seltenen Ausnahme: Hier haben wir tatsächlich einen Blockbuster, der seinem Hype gerecht wird!

Kinotipps
Gruß vom Krampus

Gruß vom Krampus

Kinotipps
Gruß vom Krampus

Gruß vom Krampus

Regisseurin Gabriele Neudecker wirft in ihrer Dokumentation einen Blick hinter die dämonischen Masken der Krampus- und ...

Kinotipps
Spider-Man: A new Universe

Spider-Man: A new Universe

Mit Miles Morales betritt einer der beliebtesten Spider-Man-Köpfe der letzten Jahre die große Leinwand – und wird dabei von ...

Kinotipps
Mortal Engines: Krieg der Städte

Mortal Engines: Krieg der Städte

Regisseur Peter Jackson (Der Herr der Ringe, Der Hobbit) wagt sich an ein weiteres als „unverfilmbar“ gehandeltes Werk: In der ...

Kinotipps
In my Room

In my Room

Regisseur Ulrich Köhler (Schlafkrankheit) lässt Hans Löw durch eine Welt wandern, die plötzlich menschenleer erscheint.

Kinotipps
Climax

Climax

Gaspar Noé (Enter The Void) öffnet wieder einmal das Tor zur Hölle, diesmal in Form eines Hardcore-Drogentrips, der über eine ...