Ritter Trenk

Family, D 2015
Noch weiß Trenk nicht, was es braucht, um ein Ritter zu sein
Noch weiß Trenk nicht, was es braucht, um ein Ritter zu sein

Noch weiß Trenk nicht, was es braucht, um ein Ritter zu sein

Bauernbub Trenk will Ritter werden - doch das ist aufgrund seines Standes eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Der von Hand gezeichnete Film "Ritter Trenk" setzt wie klassische Märchen auf einen moralischen Kern. Die deutsch-österreichische Koproduktion ist ein gelungener Kinderfilm - nicht nur für das junge Publikum.

Als der unbarmherzige Ritter Wertold die Familie des Bauernjungen Trenk Tausendschlag aufsucht, um den jährlichen Anteil an der Ernte einzutreiben, wird es unangenehm. Die Stimmung ist gedrückt, ist der notorisch gierige Unhold auch diesmal nicht zufrieden mit der Ausbeute. Als Wertold dann zur Strafe Trenks Vater mitnimmt und in den Kerker sperrt, beschließt der Bauernjunge sich zu wehren. Er kann es noch nicht genau ausdrücken, aber der werdende Ritter spürt das Unrecht. Er fühlt die Unbarmherzigkeit und Willkür des Ständewesens im feudalen Mittelalter.

Der kühne Bub zieht aus, um Ritter zu werden und begibt sich damit auf eine spannende Reise. Begleitet von seinem treuen Freund Ferkelchen hat er das unerreichbare Ziel, sich und seine Familie von der Leibeigenschaft zu befreien. Dabei geht es durch dunkle Wälder in die von Menschen wimmelnde Stadt, auf Burgen und zu Ritterturnieren. Er trifft Gaukler, Prinzessinnen und furchteinflößende Drachen.

Trenk stellt dabei mit großen Augen fest, dass außerhalb des heimeligen Bauernhofs ein anderer Wind weht und lernt, die Unterschiede zwischen den Menschen zu erkennen. Er lernt, Misstrauen, Vertrauen, Fairness und Freundschaft einzuschätzen. Und er erfährt, dass ein Ritter nicht gleich ein wahrer Ritter ist.

"Ritter Trenk" wirkt seltsam schön aus der Zeit gefallen. Der Film wurde nicht am Computer illustriert, sondern von Hand gezeichnet. So schafft es "Ritter Trenk", einen herrlich nostalgischen Charme zu bewahren. Aus der Buchvorlage der Autorin Kirsten Boie entstand ein von den bekannten Kindergeschichten unabhängiger Film über "Zusammenhalt, füreinander einzutreten, Freundschaft, aber auch Emanzipation", wie Axel Prahl es formuliert, der den unbeschwerten Ritter Hans synchronisierte.

Er ist Trenks Lehrmeister im Kampf gegen das Unrecht, ist moralische Instanz und alleinerziehender Vater einer cleveren Tochter, die selbst nicht Prinzessin, sondern Ritter werden will. Trenks erste und wichtigste Lektion für den Kampf: Ein Ritter muss tanzen können - denn der Tanz kennt Tugend, Achtsamkeit und Rücksicht. Er lehrt Werte einer freien Gesellschaft.

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