Revanche

A 2008
Angesiedelt zwischen Halbweltmilieu und Landleben

Angesiedelt zwischen Halbweltmilieu und Landleben

Sich Genugtuung verschaffen, eine erlittene Niederlage wettmachen, eine Vergeltungsaktion planen. Dies alles kann man mit einem Wort zusammenfassen: "Revanche". Der Streifen des aus Oberösterreich stammenden und in Wien lebenden Regisseurs Götz Spielmann ("Antares") erzählt eine Geschichte von Schuld und Rache, angesiedelt zwischen Wiener Halbweltmilieu und heimischem Landleben.


Ein Teich mitten im Wald. Nahe der Idylle leben Susanne (Ursula Strauss) und ihr Mann, der Polizist Robert (Andreas Lust), ihren Alltag. Szenenwechsel zur gleichen Zeit nach Wien. Dort ist das Leben der bildhübschen Tamara (Irina Potapenko) vom Rotlichtmilieu geprägt. Die ukrainische Prostituierte ist der Liebling des Chefs, liebt aber seinen Handlanger Alex (Johannes Krisch). Ein Problem, da Liebe zwischen Angestellten im Milieu verboten ist. Der Start des jungen Paares in ein neues Leben beginnt mit einem Banküberfall. Hier kreuzen sich zum ersten Mal die Wege der Protagonisten: Robert versucht die Fliehenden mit einem Schuss aufzuhalten und tötet dabei Tamara. Als Alex danach bei seinem Großvater am Land untertauchen möchte, trifft er dort ausgerechnet auf Susanne und kommt ihr näher.

Das Rotlichtmilieu steht für Spielmann übergeordnet für eine Gesellschaft, in der es nur um das Verdienen geht, in der viele ihr eigenes Gewissen verkaufen. Es sind lange, ruhige Einstellungen, die dem Zuseher die Zeit lassen, voll und ganz in das Geschehen einzutauchen. Wie so typisch für Spielmann geht es in dem Film um die Suche nach den existenziellen Dingen im Leben: Liebe, Leben und Tod liegen nah beieinander. Die Sexszenen sind rau und ohne allzu große Emotionen. In "Revanche" steht nicht die klassische Rache im Mittelpunkt, sondern die Figuren, die über die Probleme des Lebens, der Gesellschaft stolpern. Auf sehr subtile Art und Weise werden am Ende die Verstrickungen aufgelöst.

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