Reise in eine schwule Kindheit

Drama/Romanze, CDN/UK 1997
Trügerische Harmonie einer zerstörten Familie

Trügerische Harmonie einer zerstörten Familie

Vor zehn Jahren verließ der homosexuelle Sweet William seine Heimatstadt im idyllischen Nova Scotia. Nun erwartet ihn seine Familie zur Hochzeit seiner scharfzüngigen Schwester Rosemary. Doch der 25-Jährige kehrt in dem kanadischen Film "The Hanging Garden" mit gemischten Gefühlen nach Hause zurück. ****

William kann es nicht fassen: Nichts, so scheint es, hat sich seit seinem Fortgang geändert. Vater Whiskey Mac ist alkoholsüchtig und neigt wie damals zu cholerischen Wutausbrüchen, unter denen seine Mutter Iris zu leiden hat. Großmutter Grace leidet an Alzheimer im fortgeschrittenem Stadium und ist völlig verwirrt. Seine Schwester Rosemary (Kerry Fox aus "Intimacy") tritt unwillig vor den Traualtar, um dem schleimigen Bräutigam, dem Nachbarssohn Fletcher, das Jawort zu geben.

In Rückblenden taucht William immer wieder in seine kindliche Vergangenheit ein. In die Zeit, als sein pflanzenvernarrter Vater ihn schlug, wenn er den Namen einer Blume falsch aussprach. Oder als er mit dem bisexuellem Nachbarsjungen Fletcher erste sexuelle Erfahrungen austauschte und ihn seine hysterische Großmutter dabei erwischte. Und schließlich das Erlebnis, das den Grundstein für sein Fortgehen legte: Der missglückte Versuch seiner Mutter, ihn mit einer Prostituierten zu beglücken, der für alle Beteiligten in einem Fiasko endete.

Regisseur Thom Fitzgerald zeichnet in seinem Drama das tragische Bild einer unglücklichen Kindheit und das düstere Porträt einer zer- und gestörten Familie. Mit viel Sensbilität nähert er sich dem Problem der erwachenden (Homo-)Sexualität und ihren Auswirkungen auf die Umwelt und den weiteren Lebensweg.

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