Red Eye

Drama/Horror, USA 2005
Bedrängendes Gefühl im engen Flugzeug

Bedrängendes Gefühl im engen Flugzeug

"Red Eye", ein Thriller zwischen Suspense und Action, ist so etwas wie die B-Film-Version eines Hitchcock-Stoffs. Obwohl viele Elemente in der Geschichte zu aufgesetzt wirken, macht der Reißer trotzdem Spaß. Denn Horrormeister Wes Craven, ewig mit Freddy Krueger assoziiert, inszenierte zumindest spannend.

Lisa Reisert (Rachel McAdams) fliegt nicht gerne. Dann hat noch ihre Maschine wegen schlechten Wetters Verspätung. Doch der echte Albtraum beginnt erst in 10.000 Metern Höhe: Der smarte Mann am Nebensitz, der sich Jackson Rippner (überzeugend unsympathisch: Cillian Murphy) nennt und gerade noch so hilfsbereit war, entpuppt sich als Terrorist ohne Skrupel. Lisa soll ihm bei der Durchführung eines Anschlags helfen. 150 Fluggäste, aber keine Chance auf Hilfe: In klaustrophobischer Atmosphäre entfaltet sich ein Psychokrieg...

Craven war in seiner langen Karriere für umstrittene ("Last House On The Left"), unterschätzte ("Die Schlange und der Regenbogen") und umjubelte ("Scream") Filme verantwortlich. Mit "Red Eye" gelang es ihm, ein mehr als durchschnittliches Skript von Carl Ellsworth (bisher nur für Fernsehserien wie "Buffy" tätig) zu einem guten Thriller (ohne Horror-Elemente) aufzuputzen.

Im ersten Teil des Films entwickelt sich die Story langsam. Die Charaktere werden sorgfältig eingeführt, die für Mainstream-Produktionen leider bereits üblichen Reizüberflutungen fehlen. Beinahe altmodisch lässt Craven die Hauptdarsteller in einer Art Kammerspiel aufeinander los. Doch kaum sind die Gute und der Böse aus dem Flugzeug draußen, kippt die Erzählweise total: die unterschwellige Bedrohung macht Action Platz. Auch wenn das Finale überzogen wirkt, das psychologische Zusammenspiel der zentralen Figuren funktioniert - und aufgrund Cravens spürbarem Augenzwinkern unterhält "Red Eye" trotz aller Turbulenzen gut.

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