Public Enemy No. 1 - Todestrieb

Action/Krimi, F/CDN 2008
Ohne Rücksicht auf Verluste

Ohne Rücksicht auf Verluste

Vor zwei Wochen startete das zweiteilige Biopic über Frankreichs Gangster-König der 1970er-Jahre, Jacques Mesrine, in den Kinos. Nun folgt mit "Public Enemy No. 1 - Todestrieb" der Abschluss der Mini-Serie, in dem man Mesrines (Vincent Cassel) Aufstieg zum Medienliebling und Frankreichs meistgesuchten Gangster mitverfolgen kann. Allerdings ist sein Niedergang bereits beschlossene Sache.

Der erste Teil "Mordinstinkt" beleuchtete Mesrines düstere frühe Jahre in starken Farben im Stile des klassischen französischen Gangsterkinos. Der zweite Teil "Todestrieb" zeigt Mesrine am Höhepunkt seiner Laufbahn. Von Raubzügen und Gefängnisaufenthalten in Nordamerika zurück in Frankreich entwickelt er sich mit der Entführung eines Richters aus dem Gerichtssaal zum Star.

Er beginnt sich nun für die Medien in Szene zu setzen. 1977 veröffentlicht er aus dem Gefängnis seine Autobiografie "L'instinct de Mort" (dt.: "Der Todestrieb"), in der er zahlreiche tatsächliche, aber auch erfundene Morde gestand. Er gibt dem Magazin "Paris Match" Interviews, geht auf spektakuläre Raubzüge mit seinem gewieften Partner Francois (Matthieu Amalric) und genießt nach der Entführung eines Millionärs den Reichtum mit seiner wunderschönen neuen Freundin Sylvia (Ludivine Sagnier).

In gedeckteren Farben, dafür unruhiger inszeniert als in Teil eins zeigt sich aber auch Mesrines zunehmende Paranoia, die ihn schließlich die Unterstützung der Bevölkerung kostet. Wenig später schlägt die Polizei zu. Das Leben auf der Überholspur endet stilgerecht in einer faktischen Hinrichtung durch eine Polizei-Einheit am 2. November 1979 mitten auf dem belebten Pariser Place de Clignancourt.

Produzent Thomas Langmann und Regisseur Jean-Francois Richet ("Assault On Precinct 13", 2005) haben aus Mesrines filmreifer Lebensgeschichte ein solide inszeniertes, mit Action, Suspense und Sex beladenes Vier-Stunden-Werk gemacht, das heuer drei Cesars abräumte, die französischen Oscars. Es bleibt auch Raum für die Entwicklung von Mesrines zwiespältigem Charakter zwischen selbst ernanntem Robin Hood und selbstsüchtigem Gauner, lebenshungrigem Connaisseur und einem das fatale Ende vorausahnenden Killer. Ein Showcase für Hauptdarsteller Vincent Cassel ("Hass", 1995; "Ocean's 13", 2007), der für die Rolle 20 Kilo zunahm und die teilweise recht nervösen Bilder mit seiner darstellerischen Präsenz ausfüllt.

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