Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Action/Krimi, F/CDN/I 2008
Vincent Cassel verkörpert Mesrine grandios

Vincent Cassel verkörpert Mesrine grandios

Banküberfälle waren Jacques Mesrines (1936-1979) Spezialität. Während Frankreichs Presse den Gangster und Ausbrecherkönig in den 70er Jahren fast zum Helden machte, jagte ihn die Justiz als Staatsfeind Nr. 1. Regisseur Jean-Francois Richet widmete sich nun der Lebensgeschichte Mesrines. Den Beginn macht "Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt", Teil zwei folgt zwei Wochen später (26. Juni).

Mesrine war kein Gentleman-Gauner. 1932 ins kleinbürgerliche Milieu geboren, betrieb er nach seiner Rückkehr aus dem Algerienkrieg 1959 eine kaltblütige Karriere in Frankreichs Halbwelt, die ihn auch nach Südamerika, in die USA und nach Kanada führte. Gefängnisausbrüche und Banküberfälle waren sein Spezialgebiet. Seine Beliebtheit verdankte er vollmundigen Auftritten in Medien und Gerichtssälen, in denen er die Staatsorgane verhöhnte. 1977 veröffentlichte er aus dem Gefängnis seine Autobiografie "L'Instinct de Mort" (dt.: "Der Todestrieb"), in der er zahlreiche tatsächliche, aber auch erfundene Morde gestand. Das Leben auf der Überholspur endete stilgerecht in einer faktischen Hinrichtung durch eine Polizei-Einheit am 2. November 1979 mitten auf dem belebten Pariser Place de Clignancourt.

Der erste Teil, "Mordinstinkt" beleuchtet Mesrines düstere frühe Jahre in starken Farben. Seinem ersten Mord bei einem Verhör im Algerien-Krieg folgt der Aufstieg im Gefolge des Gauner-Bosses Guido (Gerard Depardieu) - in einer strahlend blauen Nacht schlachten die beiden einen arabischen Konkurrenten ab. Auch seine Ehefrau, mit der er drei Kinder hat, verprügelt er brutal, nachdem er ihr zuliebe sogar einen bürgerlichen Neuanfang versucht hat. Mit der seelenverwandten Prostituierten Jeanne (Cecile de France) begibt er sich schließlich auf Raubzug durch Nordamerika und wandert in Kanada ins Hochsicherheitsgefängnis. 1972 bricht er aus, kehrt aber schwer bewaffnet zurück, um seine Kompagnons zu befreien - er ist nun offiziell der "Staatsfeind Nr. 1".

Produzent Thomas Langmann und Regisseur Jean-Francois Richet ("Assault On Precinct 13") haben aus dieser filmreifen Lebensgeschichte ein solide inszeniertes, mit Action, Suspense und Sex beladenes 4-Stunden-Werk gemacht, das heuer drei Cesars abräumte. Es bleibt auch Raum für die Entwicklung von Mesrines zwiespältigem Charakter zwischen selbsternanntem Robin Hood und selbstsüchtigem Gauner, lebenshungrigem Connaisseur und das fatale Ende vorausahnendem Killer. Ein Showcase für Hauptdarsteller Vincent Cassel, der für die Rolle 20 Kilo zunahm und die nervösen Bilder mit seiner darstellerischen Präsenz ausfüllt.

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