Produkt Muttertag

Männerliebe am Muttertag

Männerliebe am Muttertag

Der Muttertag ist mehr als nur eine Gelegenheit für Blumensträuße und Frühstück im Bett. Tatsächlich ist dieser zweite Sonntag im Mai ein gesellschaftliches Ritual, das gerne und oft für die Propagierung eines bestimmten Mutterbildes genutzt wird. Das ist die Prämisse der Ausstellung "Produkt Muttertag" im Österreichischen Museum für Volkskunde. ****

Das Wiener Filmhaus Stöbergasse zeichnet die Veränderungen des mütterlichen Rollenbildes im Medium Film in einem gut ausgewähltem filmhistorischen Querschnitt nach. Die politische Frage nach der Mutterrolle wird gleich am ersten Abend gestellt, wo ein Werk aus der Sowjetunion und aus dem Dritten Reich gegenüber gestellt werden. Während die eine Mutter im Schoß der Revolution einen Ersatz für ihre eigene, zerfallene Arbeiterfamilie findet, kreiert der andere Film hingegen das Bild der "deutschen Mutter", die sich blind aufopfert.

Die Trümmerfrau im dritten Film der Reihe, gespielt von Paula Wessely, führt das selbstlose Werk der Mutterkreuzträgerinnen kontinuierlich weiter, wird zu Beginn des Wirtschaftswunders aber an den Herd verwiesen: Das kleinbürgerliche Ideal der Kernfamilie entsteht, rund um das Bild das Bild der "Hausfrau und Mutter". Erst in den 70er Jahren kommt durch den Feminismus das traditionelle Bild der Frau und Mutter ein wenig ins Wanken, was sich auch in Filmen von weiblichen Regisseuren niederschlägt.

Den Schlußpunkt der Filmreihe, der eigentlich keiner ist, bildet Pedro Almodóvars "Alles über meine Mutter", eine Geschichte, die alle Stereotypen auf den Kopf stellt und in einer Liebeserklärung an alle Menschen, vor allem aber die Frauen, endet.

INFO: "Produkt Muttertag" im Filmhaus Stöbergasse: 12. bis 16. Mai 2001. Filmhaus Stöbergasse, Stöbergasse 11 - 15, 1050 Wien. Nähere Infos unter Tel.: +43/1/581 39 00-15 oder im Internet unter http://www.filmhaus.polyfilm.at/.


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