Prisoners

Krimi/Drama, USA 2013
Hugh Jackman wird als besorgter Vater rabiat

Hugh Jackman wird als besorgter Vater rabiat

Zwei kleine Mädchen werden entführt, die Polizei kann den Täter nicht fassen. Da entscheidet sich in "Prisoners" einer der Väter zur Selbstjustiz. Ein packender Thriller mit den herausragenden Hauptdarstellern Jake Gyllenhaal und Hugh Jackman.

Ausgerechnet zu Thanksgiving: Eben noch saßen die benachbarten Familien Dover und Birch munter beieinander, da kehrt Panik ein, als die beiden Jüngsten nach einem Spaziergang wie vom Erdboden verschluckt sind - Anna, Tochter von Keller Dover (Hugh Jackman) und seiner Frau Grace (Maria Bello) sowie Joy, Tochter von Franklin und Nancy Birch. Schnell zwar ist ein Verdächtiger ausgemacht, der geistig zurückgebliebene Alex (ein Angst machender, großartig spielender Paul Dano, "There Will Be Blood").

Die Polizei unter der Ägide von Detective Loki (Jake Gyllenhaal) aber muss den Sonderling mit den erschreckend großen Brillengläsern bald wieder freilassen, da sie ihm nichts nachweisen kann. Keller Dover, ein Mann der Tat, wie ihn vor allem das US-Kino liebt, nimmt die Sache daraufhin in die eigene Hand: Selbst vor der Entführung des vermeintlichen Täters schreckt der völlig verzweifelte, wutentbrannte Familienvater nicht zurück.

Sowohl Jackmans als auch Gyllenhaals Spiel in diesem nervenaufreibenden Thriller sind von großer Intensität. Nicht nur, dass Gyllenhaals und Jackmans Figuren die eigentlichen Antagonisten und Protagonisten des Films darstellen, es fällt den weiblichen Mimen auch sichtlich schwer, gegen die Präsenz der beiden Männer anzuspielen. Melissa Leo gelingt das am besten, sie gibt die Tante von Alex und agiert dabei ähnlich Angst einflößend wie Paul Dano selbst.

Villeneuves Film gehört zu den stärksten Thrillern dieser Saison. Sein "Prisoners" ist nichts für schwache Nerven: spannend bis zur letzten Sekunde, auch wenn einige Wendungen erahnbar sind, mit unheilvollen Bildern, die dank Roger Deakins ("James Bond 007: Skyfall") famoser Kamera immer wieder auch an Horrorfilme denken lassen; dazu Darsteller, deren geheimnisvolle Präsenz auch lange nach Verlassen des Kinos noch beeindruckt.

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