Portugal, mon amour

Komödie, P/F 2013
Geht die Familie zurück nach Portugal?

Geht die Familie zurück nach Portugal?

Erfolgsfilme wie "Willkommen bei den Sch'tis" oder "Beste Freunde" haben es vorgemacht. Komödien aus Frankreich finden meist auch in den Nachbarländern Deutschland Anklang. Jetzt kommt die Pariser Multikulti-Geschichte "Portugal, mon amour" ins Kino. Mit seinem autobiografisch inspirierten Spielfilmdebüt ist Regisseur Ruben Alves eine herrlich leichte Sommerkomödie gelungen.

Bleiben oder gehen? Als die Pariser Familie Ribeiro erfährt, dass sie ein Anwesen in der alten Heimat Portugal geerbt hat, wird ordentlich diskutiert. Eigentlich kommen Vater, Mutter, Sohn und Tochter seit langem gut in Frankreich zurecht. Wenn es da - vor allem bei den Erwachsenen - nicht diese Sehnsucht gäbe: "Portugal, mon amour".

Bei näherem Hinsehen wird die freundliche Familie Ribeiro ziemlich ausgenutzt. Mutter Maria ist Concierge in einem herrschaftlichen Haus in bester Pariser Lage. Im Erdgeschoß haben die Ribeiros eine kleine Wohnung. Die Eigentümer, allen voran die blasierte Madame Reichert, behandeln Maria herablassend. Und Vater Jose ist Vorarbeiter in einer Baufirma. Sein Chef schätzt ihn sehr - vor allem weil er so viel arbeitet.

Als die Rückkehr-Gedankenspiele der Ribeiros die Runde machen, versuchen aber nicht nur die Franzosen ihre zuverlässigen Angestellten zu halten. Auch die Freunde von Maria und Jose, die anderen Exilportugiesen des Viertels, sind erschüttert. Das Gefühlschaos ist perfekt, als Sohn Pedro ankündigt, er werde auf keinen Fall nach Portugal mitkommen und Tochter Paula enthüllt, dass sie in den Sohn von Vaters Chef verliebt ist.

Alves spielt lustvoll mit den Klischees, die die Franzosen unterschiedlicher Herkunft im multikulturellen Paris pflegen. Die sich in der vermeintlich stärkeren Position wähnenden Arbeitgeber und Vermieter leben ihre von reichlich Unkenntnis geprägten Vorurteile dabei teils recht großzügig aus. Doch auch wenn Probleme im interkulturellen Zusammenleben anklingen, bleibt der Film heiter - da hätten ein paar ernstere Untertöne gar nicht geschadet.

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