Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Action/Abenteuer, USA 2017

Salazar ist hinter Captain Jack Sparrow her

Johnny Depp setzt noch einmal den Dreispitz von Jack Sparrow auf und kriegt es diesmal mit einem nach Rache dürstenden Javier Bardem zu tun.

Wenn man die Disney-Studio-Executives beim Wort nehmen darf, dann setzt Johnny Depp mit Pirates of the Caribbean: Salazars Rache zum letzten Mal die Segel der Black Pearl, um durch die sturmumtobten Blockbuster-Weltmeere zu kreuzen - obwohl die ersten vier Filme in den vergangenen 14 Jahren rund 3,7 Milliarden Dollar einspielten. Allerdings stiegen die Produktionskosten von Fortsetzung zu Fortsetzung; das jüngste Werk, das diese Woche anläuft, hat offiziell um die 270 Millionen gekostet. Insider munkeln, dass es weit über 300 Millionen waren.

Damit Disney an der cineastischen Seeräuberei verdient, muss noch einmal Kurs auf die Milliardenmarke an den internationalen Kinokassen genommen werden, dann reicht es den Mäusemanagern mit dem Risiko. Tatsächlich muss man den beiden aus Skandinavien geholten, Hochsee-erfahrenen (Kon Tiki) Regisseuren Joachim Rønning und Espen Sandberg zugutehalten, dass diese Riesensumme auch wirklich auf der Leinwand sichtbar ist. Schiffe, Festungen, Kerker, Unterwasserwelten, Kostüme und die Verfolgungsjagden und Kämpfe überall da mittendrin sind State of the Art. Johnny Depp mag zwar spürbar gealtert sein seit dem ersten Teil, aber das Kostüm des Captain Jack Sparrow kaschiert das wie kein anderes. Dass er vielleicht nicht mehr ganz so federnd durch die Szenerie tänzelt wie einst, mag auch an der diesmaligen Auslegung der Figur liegen. Nüchtern ist der Kajal-Pirat nämlich praktisch kaum.

Darum geht's in ‚Pirates of the Caribbean: Salazars Rache‘:

In der Tiefe des Ozeans soll der Dreizack des Poseidon ruhen. Dieses Artefakt ist stark genug, um alle Flüche zu brechen, die auf den Meeren wirken. Vor allem jenen, der William Turner (Orlando Bloom), Co-Held der ersten drei ‚Fluch der Karibik‘-Filme, untot an den Fliegenden Holländer bindet. Seit er ein Kind ist, versucht sein Sohn Henry (Brenton Thwaites) einen Weg zu finden, diesen Fluch zu brechen, um seinen Vater wiederzuhaben.

Als junger Mann heuert er bei der Royal Navy an - und überlebt als einziger die Fehlentscheidung seines Captains, ins sogenannte Teufelsdreieck zu fahren. Hier regiert der untote Salazar (Javier Bardem), einst ein gefürchteter Piratenjäger ohne Gnade. Bis ihn ein junger Pirat namens Jack Sparrow (Johnny Depp) austrickste; seitdem liegen er, sein Schiff und die Crew halbverwest hier rum.

Er schickt Henry mit einer Nachricht zu Jack: Er wird ihn holen kommen! Unglücklicherweise verscherbelt das totgeglaubte Ziel dieser Rachepläne seinen magischen Kompass gegen Schnaps, was zumindest den örtlichen Bann Salazars aufhebt und sein Geisterschiff ausfahren kann, Sparrow zu jagen.

Jetzt kann den nach einem völlig versemmelten Bankraub von Glück und Mannschaft verlassenen Abenteurer, der nur noch ein jämmerliches Schiff namens Sterbende Möwe sein eigen nennt, ebenfalls nur noch der Dreizack vor Salazar retten. Die junge Astronomin Carina (Kaya Scodelario), die nicht an solchen Zauber glaubt, aber ein Tagebuch hat, das den Weg zum Dreizack weist, ist die einzige Hoffnung für alle, das gute Stück zu finden. Und auch der gute alte Rivale Captain Barbossa (Geoffrey Rush) hat da noch ein Wörtchen mitzureden...

Unsere Meinung zu ‚Pirates of the Caribbean: Salazars Rache‘:

Dass in diesem Genre immer noch verdammt viel Energie und Emotion stecken könnten, wird an einigen Sequenzen klar. So wäre die Rückblende, wie der junge Jack zu seinem Namen Jack Sparrow kam, wohl eine Möglichkeit, das Pirates of the Caribbean-Schiff als Prequel noch mal zu Wasser zu lassen, sollten es sich die Disney-Manager anders überlegen.

Das sieht frisch und gut aus. Auch die Tatsache, dass der schurkisch-charmante Pirat Barbossa hier seinen besten Moment aller Filme hat, ist ein Pluspunkt. Insgesamt ist es für Fans immer noch ein Popcorn-Fest, wenn die großartig gemachten Schiffe durchs Wasser pflügen und dazu der basswummernde He is a Pirate-Score dröhnt.

Das sieht frisch und gut aus. Auch die Tatsache, dass der schurkisch-charmante Pirat Barbossa hier seinen besten Moment aller Filme hat, ist ein Pluspunkt. Insgesamt ist es für Fans immer noch ein Popcorn-Fest, wenn die großartig gemachten Schiffe durchs Wasser pflügen und dazu der basswummernde He is a Pirate-Score dröhnt.

Die Story ist einfach zu aufgeblasen und löchrig wie das Wrack von Salazars Kriegsschiff. Viel zu viel Personal springt und turnt über die Sets, dabei bleiben sowohl Bösewicht Bardem als auch die Jungstars Brenton Thwaites und Kaya Scodelario (ihre angestrengt rationale Figur passt nicht wirklich in dieses magische und verrückte Universum) eher blass und im Hintergrund. Ach ja, und einen netten, aber sinnlosen Kurzauftritt von Alt-Beatle Paul McCartney, der nichts zur Handlung beisteuert, gibt es auch noch.

Fazit: Lautstarkes Finale einer Franchise, die so großartig begann, dann im bombastischen Mittelmaß versank und noch einmal das Haupt erhoben hat, aber einfach zu viel Geld einspielte, um in Ruhe gelassen zu werden.

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